In der ersten ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER wurde auf die sich verschärfende Fahrpersonalsituation hingewiesen. Da in den kommenden zehn Jahren etwa 40 % der Berufskraftfahrer in den Ruhestand gehen werden und Nachwuchs bei Weitem nicht in ausreichendem Maße in Sicht ist, droht ein Fahrermangel mit weitreichenden Folgen für Logistik, Industrie und Wirtschaft. Ein wesentlicher Grund für den ausbleibenden Nachwuchs wurde in dem schlechten Berufsimage ausgemacht. Die vorliegende, zweite Studie stellt wiederum den Fahrer in den Mittelpunkt. Dabei soll vor allem folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Wird der sich abzeichnende Fahrermangel tatsächlich zu drastischen Auswirkungen führen und welche Lösungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
  • Werden alle Einsatzbereiche, in denen Berufskraftfahrer eingesetzt werden, gleich betroffen sein oder lassen sich Schwerpunkte ausmachen?
  • Wie sieht der Berufskraftfahrer der Zukunft aus, was motiviert ihn und welche Anforderungen stellt er an seinen Beruf? Lassen sich dabei Berufskraftfahrertypen identifizieren?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich für die Logistikbranche aus den zukünftigen Anforderungen für die Gestaltung der Einsatzbedingungen und des Arbeitsplatzes von Berufskraftfahrern?
  • Können Handlungsempfehlungen für Wirtschaft und Politik abgeleitet werden?

Dazu werden in Kapitel A zunächst Trends und Perspektiven der Verkehrsentwicklung aufgezeigt. Im Mittelpunkt stehen dabei die zukünftige Verkehrsleistung, die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung im Straßengüterverkehr und der Einsatz ausländischer Nutzfahrzeuge in Deutschland. Des Weiteren sollen der Zustand der Verkehrsinfrastruktur sowie ihre Finanzierung behandelt werden. Aspekte der Fahrzeugsicherheit, der Arbeits- und Sozialbedingungen sowie der Fahrerlaubnis und Berufskraftfahrer-Qualifikation werden ebenfalls behandelt.

Um erste Einschätzungen zu den aufgeworfenen Fragen zu erhalten, wurden Interviews mit Experten zur Thematik durchgeführt. Bei der Auswahl der Experten wurde darauf geachtet, möglichst alle Anspruchsgruppen zu berücksichtigen. Die Darstellung der Ergebnisse aus diesen Interviews erfolgt in Kapitel B. Dazu gehören Einschätzungen zur aktuellen und zukünftigen Fahrpersonalsituation ebenso, wie Fragen zur Messung der Leistung von Berufskraftfahrern und der zukünftigen Entwicklung der Produktivität eines Fahrers. Vor allem soll es um die Identifikation von Handlungsbedarfen und die Herausarbeitung von Fahrertypen mit jeweils spezifischen Motivationslagen gehen. Die Ergebnisse sollen auch als Grundlage für die Durchführung der groß angelegten Befragungen der eigentlichen Zielgruppe, dem aktuellen und dem zukünftigen Fahrpersonal dienen.

Den aktuellen Fahrern widmet sich das Kapitel C. Hier werden die Ergebnisse der Fahrerbefragung dargestellt und analysiert. Neben der Herausarbeitung soziodemografischer Daten geht es um Fragen zum Arbeitsumfeld und den empfundenen Arbeitsbedingungen. Die zuvor identifizierten Fahrertypen sollen hier mit ihren spezifischen Motivationslagen konkretisiert und mit weiteren Merkmalen herausgearbeitet werden.

In Kapitel D steht das zukünftige Fahrpersonal im Mittelpunkt. Über eine Befragung von Auszubildenden zum Berufskraftfahrer sollen die zukünftigen Werthaltungen und Anforderungen an den Beruf ermittelt werden. Dabei geht es auch um eine Einschätzung der imageprägenden Faktoren des eigenen Berufes. So sollen Ansatzpunkte zur Kommunikation mit potenziellen Nachwuchskräften und zur Gestaltung des Berufsbildes identifiziert werden. Außerdem sollen kritische Aspekte der Ausbildung ermittelt werden, um so Ansatzpunkte zur Attraktivitätssteigerung zu gewinnen. Der zu beobachtende Wertewandel in der Gesellschaft nimmt hier eine wichtige Rolle ein.

In Kapitel E sollen die gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt und auf dieser Basis ein Ausblick gegeben werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die zuvor herausgearbeiteten Fahrertypen und Einsatzbereiche. Es wird untersucht, in welcher Weise sich die dargestellten Entwicklungen auf die Attraktivität des Berufes aus Sicht der einzelnen Fahrertypen auswirken. Erst wenn darüber Vorstellungen existieren, lassen sich Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft ableiten, woraus sich Handlungsempfehlungen für Politik und Unternehmen ergeben. Mit diesen Handlungsempfehlungen schließt die vorliegende Studie.