Trends und Perspektiven

Im Transport- und Logistikmarkt zeichnen sich mehrere Trends ab, die die Branche von morgen prägen werden. Sie bringen neue Herausforderungen mit sich, denen sich
die Menschen im Straßengüterverkehr in den kommenden Jahren stellen müssen.

Trends im Straßengüterverkehr

Verkehrsentwicklung im GüterverkehrDie Zukunftsperspektiven des Straßengüterverkehrs bewegen sich innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen. Sie ergeben sich insbesondere aus dem Wirtschaftswachstum, der Außenhandelsentwicklung, der nach Gütergruppen gegliederten Transportnachfrage, dem steigenden brancheninternen Wettbewerbsdruck in der Logistik und dem Fortschreiten der europaweiten Deregulierung und Harmonisierung des Verkehrssektors. Folgende Trends sind für die Entwicklung dieser Zukunftsperspektiven von zentraler Bedeutung:

Verkehrsentwicklung im Güterverkehr

  • Das Verkehrswachstum im Güterverkehr schwächt sich ab, dabei stabilisieren sich die relativen Anteile der Verkehrsträger. Beim Modal Split wird es nur noch zu moderaten Änderungen kommen. Die Güterstruktur im Straßengüterverkehr hat sich gleichzeitig stark in Richtung der hochwertigen Stückgüter verschoben.
  • Der Güterverkehr auf der Straße muss dazu beitragen, die steigende Nachfrage nach Transportdienstleistungen abzufangen, und bleibt daher unverzichtbar.
  • Die Bedeutung des Fernverkehrs ist im Straßengüterverkehr deutlich gestiegen. Die Unternehmen im Güterkraftverkehr stehen unter einem verschärften internationalen Kosten- und Wettbewerbsdruck.

Ausländische Nutzfahrzeuge

  • Der Kostendruck führt dazu, dass Verlader und Spediteure in erheblichem Maße Aufträge an ausländische Transportunternehmen vergeben, insbesondere aus Osteuropa.

Auslastung und Überlastung von Straßen

  • Mängel im Straßennetz in Verbindung mit dem erhöhten Pkw-Aufkommen sind Hauptursache für Staus auf deutschen Autobahnen. Der Lkw spielt als Stau-Verursacher eine deutlich kleinere Rolle als häufig angenommen.

Nachhaltigkeit und Grüne Logistik

  • Lkw sind in den vergangenen Jahren erheblich sparsamer und emissionsärmer geworden. Die CO2-Gesamtemissionen des Straßengüterverkehrs liegen aber aufgrund der steigenden Fahrzeugzahlen insgesamt noch deutlich über dem geforderten Minderungsziel in Deutschland.

Unternehmensstruktur des gewerblichen Güterkraftverkehrs

  • Die Fahrer machen mehr als drei Viertel der Beschäftigten im gewerblichen Güterkraftverkehr aus. Problematisch ist im Hinblick auf die Fahrerausbildung, dass die Branche in Deutschland vorwiegend mittelständisch strukturiert ist, während vor allem die Großunternehmen ausbilden.

Demografischer Wandel

  • Die Gesellschaft altert, sie wird städtischer und individueller. Das heißt für den Straßengüterverkehr, dass im Zeichen des wachsenden Home-Shoppings und Internethandels die kleinräumigen Verkehre wachsen. Dies verschärft den Fahrermangel.

Die Zusammenhänge zwischen diesen Trends sind komplex und teilweise in sich widersprüchlich. Eine sorgfältige Gesamtabwägung unter Berücksichtigung aller Teilentwicklungen ist deshalb von besonderer Bedeutung, wenn es darum geht, eine verlässliche Gesamttendenz für die Zukunftsperspektiven des Straßengüterverkehrs zu beschreiben.

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Kommentare: ( 2 )
  1. Hallo,
    heute haben wir in unserem Unternehmen Unterlagen zu der ZF-Zukunftsstudie bekommen, mit der Bitte, diese auszufüllen und wieder zurück zu geben. Nachdem ich die Fragen durchgelesen habe, fehlen mir doch noch eine ganze Menge mehr Fragen, die die Situation in den Fahrerhäusern, bei den Kunden und in Kontrollen der Kontrollbehörden (besonders die Polizeikontrollen) deutlich hinterfragen. Wenn man alles berücksichtigen würde, wäre der Fragenkatalog so lang, dass Ihn wahrscheinlich keiner mehr ausfüllen möchte. Der Blick in die Zukunft sieht nunmehr sehr düster aus. Schon jetzt fehlen viele gute Fahrer in den Speditionen, der Ruf des Berufskraftfahrers/LKW-Fahrer wird weiter in den Schmutz gezogen, das Ansehen in der Bevölkerung wird immer mieser und schlechter, was die Medien immer wieder hochkochen und weiter voran treiben. Jungen Erwachsenen kann man einfach nicht raten, diesen Beruf zu lernen und aus zu üben. Nicht nur der Verdienst, die tägliche Arbeitszeiten, der Stress und der Zeitdruck, dazu noch der Ärger an der Rampe bei Verspätungen oder Beschädigungen der Ware, oder die Polizeikontrollen von willkürlich handelnen, mit gefährlichem Halbwissen ausgestatteten Beamten, die sich als Götter in Blau sehen und LKW Fahrer behandeln, als wären Sie Menschen vierter oder fünfter Klasse. Das sind nur ein paar Beispiele, die ein LKW Fahrer jeden Tag als zusätzliche Belastung zu dem Fahren eines 16,5m oder 18,75m langen Zuges ertragen muß. Dazu soll ich einen jungen Erwachsenen raten??? In unserem Unternehmen möchten wir gerne Berufskraftfahrer ausbilden, werben in Zeitungen und auf Ausbildungsmessen, und das Ergebnis = Null Bewerbungen. Das sagt mir doch, wie das Ansehen und der Beruf in der Gesellschaft gesehen wird. Solange die Politik nicht dazu beiträgt, das Ansehen des Berufskraftfahrers wieder zu heben und der Gesellschaft klar zu machen, das ein LKW in der Stadt nicht dazu da ist, um die PKW Fahrer zu ärgern, sondern Ihre Konsumgüter zu den Läden zu bringen, oder die Industrie mit Material beliefert, solange wird sich auch nichts ändern. Ganz im Gegenteil; Es wird nich viel schlimmer, wie es heute schon kluge Köpfe vorhersagen. Sollte die Maut noch weiter steigen, besonders auf Bundesstrassen oder auch (wie schon mal angedeutet) auch Städte mautpflichtig werden, sollten sich heute schon die Bürger die Frage stellen, wer das bezahlen wird. Mit Sicherheit nicht die Spediteure alleine, sondern Ihr Bürger. Dann wird die Butter und die Milch teurer. So sieht es doch aus. Das Ende von Lied? Ausländische Fahrer werden im Nahverkehr eingesetzt, weil Sie billiger sind. Die deutschen Fahrer sind für eine Spedition zu teuer. Deutschsprachige Fahrer werden immer seltener was viele Verständigungsprobleme mit sich bringt. Die Qualität des Transportes leidet erheblich, auch an Ladungssicherung wird gespart. Und wenn ein ausländischer Fahrer seine Fahrerlaubnis verliert, stehen schon genug andere auf der Matte, um seine Stelle einzunehmen. Eine schöne Zukunft, wenn Sie mich fragen.
    Michael Simmich
    Kraftverkehrsmeister in einem mittelständigem Unternehmen

    1. Susanne Scherbaum

      Hallo Herr Simmich,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Bitte füllen Sie die Unterlagen so aus, dass die für Sie am wichtigsten Dinge angesprochen werden. Viele Punkte, die Sie aufgegriffen haben, sind uns bewusst und wurden bereits mit der ersten Studie belegt. Ziel der zweiten Studie ist es, positive Impulse und Handlungsempfehlungen für die Branche zu entwickeln. Natürlich müssen hier Branchenvertreter, Verbände und Politik mit ins Boot geholt werden. Dies erfolgt parallel zur Erstellung der Studie. Im Unterschied zu 2012, als wir im Umfeld der IAA die erste ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER veröffentlicht haben, merken wir bereits heute ein viel stärkeres Interesse an dem Thema in der Branche und sowohl die Erkenntnis als auch die Bereitschaft hier etwas verändern zu müssen. Wir wissen alle, dass die politischen Mühlen langsam mahlen, aber wenn die Branche gemeinsam das Thema angeht, werden wir es auch schaffen den Beruf Fernfahrer wieder in ein anderes Licht zu rücken.
      Wir werden hier im Blog immer wieder einzelne Aspekte aus dem Themenkomplex beleuchten und über Veranstaltungen, in denen Teilaspekte präsentiert und diskutiert werden, vorstellen.
      Ihre Meinung und Kommentierung ist deshalb sehr wichtig für uns. Die Studie selber werden wir auf der IAA bei uns am Stand am Samstag und bei DEKRA am Sonntag detailliert mit den Besuchern diskutieren. Vielleicht sind Sie ja vor Ort.
      Ein schönes Wochenende
      Susanne Scherbaum

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