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Vernetzte Sicherheit

Vernetzte Sicherheit

Sicherheit und Wirtschaftlichkeit spielen im Straßenverkehr und insbesondere im Transportwesen eine wichtige Rolle. Lkw verfügen schon heute über Technologien, mit der sie in der Lage sind, mehr Informationen zu erfassen, als der Mensch am Steuer. Staus und Unfälle oder eine Fahrbahnveränderung durch Witterungseinflüsse können mittels elektronischer Hilfssysteme erfasst und an den Fahrer weitergegeben werden. Ein solches System, das permanent die Umgebung prüft und aktualisiert, ist derzeit in der Entwicklung. Der Automobilzulieferer Continental hat zusammen mit dem Software-Unternehmen IBM und dem Online-Kartendienst Here das System „dynamischer eHorizon“ entwickelt. 2018 soll es serienreif sein. Im Mittelpunkt steht hier die Sammlung von Informationen während der Fahrt jedes beliebigen Fahrzeugs, das mit dem dynamischen eHorizon ausgestattet ist – und das sei laut Continental nicht nur in Deutschland, sondern weltweit möglich. Die nicht-personalisierten Daten werden in einer zentralen Cloud gespeichert, von Continental aufbereitet und schließlich allen Verkehrsteilnehmern zugänglich gemacht. Gesicherte Straßenkarten werden dann bei Bedarf über eine in der Elektronik hinterlegten HD-Karte um die neuesten Meldungen aktualisiert. Ebenso wird das System zukünftig auch Assistenzsysteme sowie Bremsen und Lenkung unterstützen und beispielsweise aktuelle Tempolimits oder Kurvenradien sowie den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen „im Blick“ haben und die Geschwindigkeit entsprechend anpassen.

Die Vorstufe des dynamischen eHorizon heißt statisches eHorizon und ist bei Scania schon seit 2012 unter dem Namen Cruise Control with Active Prediction (CCAP) serienmäßig im Einsatz. Das statische eHorizon nimmt die Geschwindigkeit und Fahrweise eines Fahrzeugs auf und gleicht sie an die Strecke an. Zum Beispiel nimmt das Fahrzeug eigenständig Geschwindigkeit vor einer Steigung auf, um anschließend die Anzahl der Schaltgänge möglichst gering zu halten. Der Fahrer erhält zudem ein reales Profil der Strecke. Mit der Scania CCAP ist es dem Lkw-Bauer gelungen eine Kraftstoffersparnis von bis zu 3 Prozent zu erreichen. Übertragen auf die gesamte Fahrzeugflotte seien es laut Continental knapp 150 Millionen Liter Diesel, die seit 2012 eingespart wurden. Das entspräche rund 200 Millionen Euro und 400.000 Tonnen CO2, die gleichfalls eingespart wurden. Für die Scania CCAP erhielt der schwedische Konzern kürzlich auch die Auszeichnung „Europäischer Transportpreis für Nachhaltigkeit 2016“. Die Jury des Huss-Verlags zeichnete Scania für herausragende und nachhaltige Leistungen innerhalb der Nutzfahrzeugbranche aus.

Faktoren wie Effizienz, Wirtschaftlichkeit, Kraftstoff- und Verschleißreduktion sind entscheidend, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Systeme wie das eHorizon gewinnen daher immer mehr Interesse – auch bei anderen Herstellern. So startete MAN dieses Jahr die serienmäßige Produktion mit integriertem eHorizon unter dem Namen „Efficient Cruise“. Laut Continental sollen weitere Hersteller aus Europa und Nordamerika bald nachziehen.

Text: Carina Belluomo, Jana Bronsch / Bild: Scania / Montage: Oswin Zebrowski (ETM)

Autor
Jana Bronsch

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