Solarzellen im Fahrzeugbau
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Solarzellen im Fahrzeugbau – Elektromobilität neu gedacht

Nahezu emissionsfrei, rein elektrisch und leise unterwegs – so sieht der Traum und möglicherweise auch die Zukunft der urbanen Mobilität und nicht zuletzt der Zustellbranche aus. Die Waren sind in zentrumsnahen und optimal verteilten Hubs deponiert. Die Fahrten zwischen Kunde und dem Hub sind effizient durchgeplant und die Zustellfahrzeuge sind nicht nur Transporter, sondern erleichtern durch intelligente Software und Ausstattung die Auslieferungstour des Paketboten. Nichts scheint unmöglich – vor allem in Zeiten, in denen durch E-Commerce und stärkere Urbanisierung die Kundenanforderung nach schneller und zuverlässiger Warenlieferung immer stärker in den Fokus rücken. Obwohl es schon einige Projekte gibt, befindet sich die Infrastruktur für kommerziell betriebene Elektrofahrzeuge noch in der Aufbauphase. Doch was wäre, wenn das Fahrzeug nahezu autark, ohne ein Aufladen an der Stromtankstelle, im Stadtgebiet unterwegs sein könnte?

Solarzellen serienmäßig

Dieser Idee hat sich das Start-Up-Unternehmen Sono Motors verschrieben und durch Crowdfunding ein per Solarenergie selbst aufladbares Fahrzeug entwickelt. Ein Pkw zwar, aber die Technologie des E-Autos ließe sich ohne weiteres auch auf andere Fahrzeuge übertragen. „Der Sion ist das erste serienmäßige Elektroauto, das seine Batterien durch die Sonne lädt. So musst Du Dir keine Sorgen um die Reichweite machen.“ So lautet die Beschreibung der Erfindung der jungen Gründer aus München auf deren Website. Das Elektrofahrzeug von Sono Motors hat eine Reichweite von 250 Kilometer und ist somit auch für mittlere Strecken und nicht nur für den Cityverkehr geeignet. Bis zu sechs Personen finden darin Platz und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 140 km/h ist das Fahrzeug auch für Schnellstraßen und Autobahnfahrten geeignet.

Der Clou an dem Fahrzeugmodell Namens Sion sind die integrierten Solarzellen auf dem Dach, dem Heck, der Motorhaube und den Fahrzeugseiten. Sie können während der Fahrt und im Stand geladen werden. Dadurch erhöht sich die Reichweite um etwa 30 Kilometer pro Tag – und das kostenlos. Für die KEP-Branche sieht der Mitbegründer von Sono Motors, Laurin Hahn, großes Anwendungspotenzial: „Unsere Technologie ist auf jegliche Oberfläche im Automobilbereich übertragbar. Der Nutzfahrzeugbereich ist für die Solarintegration besonders interessant, da Verbraucher auch während des Standes mit Strom versorgt werden können, wie zum Beispiel die Klimaanlage. Des Weiteren sind die Flächen von Nutzfahrzeugen meist wesentlich einfacher als die eines Pkw“, erklärt der Jungunternehmer. Durch eine größere, mit Solarzellen bestückte Fläche eines Transporters oder Kurierfahrzeugs ließe sich trotz eines höheren Fahrzeuggewichts, eine ähnliche Reichweitenoptimierung erreichen, wie bei einem Pkw.

Die Vorteile von elektrisch betriebenen Fahrzeugen, die zusätzlich in der Lage sind, Sonnenenergie effizient zu nutzen, sieht Laurin Hahn nicht nur in der Erhöhung der Reichweite. Das Konzept sieht vor, dass das Fahrzeug als eine Art mobile, aufladbare Stromentnahmestelle dienen kann. So ist der Sion zum Beispiel ein idealer Begleiter, wenn’s raus ins Grüne geht. Vom Kühlschrank, über Elektroherd bis zum TV: das Auto spendiert für die Annehmlichkeiten beim Camping seinen per Solarenergie gewonnenen Strom.

Vorteile für die KEP-Branche

Übertragen auf die KEP-Branche könnten die Fahrzeuge unter anderem das Betreiben von Klimaanlagen ermöglichen, ohne dass dafür der Motor laufen muss. „Jeder kennt es: Am Straßenrand steht ein Lieferfahrzeug mit laufenden Motor“, sagt Laurin Hahn. „Die Begründung lautet meistens, die Klimaanlage funktioniere nur bei laufenden Motor. Oft bleibt eine solche Aussage jedoch negativ beim Kunden haften. Weshalb ein Elektroauto nicht nur aus Umweltgründen Sinn für Logistik-Unternehmen macht. Deshalb sehen wir von Sono Motors großes Potential für unsere Solarintegration auch in der Nutzfahrzeug-Klasse.“ Für die KEP-Branche eröffnet sich damit ein weiterer Nutzwert. Nicht nur dass die Betriebskosten dadurch gesenkt werden könnten, auch für das Image könnte es einen Zugewinn bedeuten. Profitieren würde aber auch die Umwelt durch eine durch Elektroanrieb leisere und abgasminimierte Citylogistik.

Text: Jana Bronsch-Chassard
Foto: Sono Motors

Autor
Jana Bronsch
Kommentare: ( 1 )
  1. Onlinekurs: Elektrofahrzeuge in der Lebensmittelauslieferung

    Hallo,

    ich wollte mal meine Arbeit darstellen und daher gibt es einen Kurs für Logistiker in der Lebensmittelauslieferung.

    https://elopage.com/s/JuergenVagt/elektrische-fahrzeuge-in-der-lebensmittelauslieferung

    Mit meinen Kursen kann man sich effizient und entscheidungsorientiert über E-Autos im Firmenpark informieren.

    http://elektroautovergleich.org/buecher-und-kurse-rund-ums-elektroauto/

    Viele Grüße

    Jürgen Vagt

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