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ZF-ZukunftsstudieZukunftsstudie 2014 E - Handlungsempfehlungen

Kapitel E - Handlungsempfehlungen

Trends und Szenarien

Der Berufskraftfahrer der Zukunft

In diesem Kapitel geht es darum, die Bestandsaufnahme und die Trends und Tendenzen, die in der zweiten ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER beschrieben werden, mit den identifizierten Fahrertypen zusammenzuführen, um daraus Rückschlüsse auf die Fahrertypen der Zukunft zu ziehen. Wenn klar ist, welche Werte und welche Leistungsanreize bei den Fahrern der nächsten Generation aller Voraussicht nach dominieren, lassen sich die Anforderungen an das Einsatzprofil und das Arbeitsplatzangebot hierauf abstimmen. Auf dieser Basis kann dann ein zielgruppengerechtes Akquisitionskonzept zur Nachwuchs- und Quereinsteigergewinnung gestaltet werden.

Um diese Frage zu klären, waren zwei Themenkomplexe handlungsleitend: zum einen die Frage nach der Attraktivität des Berufsbildes aus Sicht der unterschiedlichen Fahrertypen. Zum anderen die Frage nach den Einflussfaktoren auf das zukünftige Angebot an verschiedenen Fahrertypen. Gemeinsam geben diese beiden Themenkomplexe Antwort auf die Frage, welche Entwicklungen zukünftig in welcher Intensität die Wettbewerbssituation der in Deutschland ansässigen Unternehmen, die Berufskraftfahrer im gewerblichen Güterkraftverkehr einsetzen, beeinflussen werden.

Das Ende des „King of the Road“?

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die ohnehin schwierige betriebswirtschaftliche Lage derjenigen Unternehmen, die im internationalen Fernverkehr tätig sind, durch die zukünftigen Entwicklungen im Fahrpersonalbereich zusätzlich erschwert wird. Für die nationalen Tätigkeitsbereiche kommt es darauf an, dem Nachwuchs regelmäßigere und planbarere Einsatzbedingungen zu bieten. Dies kann vor allem durch eine stärkere regionale Fokussierung oder aber durch eine „Industrialisierung“ des Einsatzbereiches verfolgt werden. Gleichzeitig entfernt sich das geforderte Fahrerprofil damit aber immer weiter vom einstmals prägenden „King of the Road“.

Handlungsempfehlungen

Der Weg zur Gewinnung neuer Berufskraftfahrer und damit zu einer Reduzierung des Problems des Fahrermangels muss nach den Ergebnissen der zweiten ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER zusammenfassend folgende Elemente enthalten:

  • Erhöhung der Ausbildungsquote, beispielsweise durch eine Unterstützung von Verbundausbildungen.
  • Qualitätsmanagement in der Ausbildung, um der derzeit starken Ernüchterung im Verlauf der Ausbildung und der hohen Vertragslösungsquote entgegenzuwirken.
  • Imageentwicklung zur Betonung der Attraktivität des Ausbildungsberufes, wobei eine stärkere Fokussierung auf die Berufswahlmotive der zukünftig vermehrt nachgefragten Fahrertypen geboten ist.
  • Entwicklung alternativer Arbeitszeit- und Einsatzmodelle unter vermehrter Berücksichtigung der Work-Life-Balance, wobei die Reduzierung von Abwesenheitszeiten und die Möglichkeit, den Entfernungsbereich wechseln zu können, eine zentrale Rolle spielen.
  • Leistungsgerechte, differenzierte Entlohnung der Fahrer, die Spitzenbelastungen auch angemessen vergütet.
  • Überprüfung einer Flexibilisierung der Lenk- und Ruhezeiten im Sinne der Fahrer, d. h. insbesondere ohne Ausweitung der Gesamtlenkzeiten.
  • Prüfung eines Pilotversuchs zum Begleiteten Fahren für Auszubildende, die noch nicht 18 Jahre alt sind.

Die Studie in Englisch

The complete study 2014 in English