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ZF-ZukunftsstudieZukunftsstudie 2012 A - Rahmenbedingungen

Kapitel A: Trends und Perspektiven

Rahmenbedingungen im Straßengüterverkehr
Im Transport- und Logistikmarkt zeichnen sich mehrere Trends ab, die die Branche von morgen prägen werden. Sie bringen neue Herausforderungen mit sich, denen sich die Menschen im Straßengüterverkehr in den kommenden Jahren stellen müssen.

Trends im Straßengüterverkehr

Verkehrsentwicklung im GüterverkehrDie Zukunftsperspektiven des Straßengüterverkehrs bewegen sich innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen. Sie ergeben sich insbesondere aus dem Wirtschaftswachstum, der Außenhandelsentwicklung, der nach Gütergruppen gegliederten Transportnachfrage, dem steigenden brancheninternen Wettbewerbsdruck in der Logistik und dem Fortschreiten der europaweiten Deregulierung und Harmonisierung des Verkehrssektors. Folgende Trends sind für die Entwicklung dieser Zukunftsperspektiven von zentraler Bedeutung:

  • Verkehrsentwicklung im Güterverkehr
    • Das Verkehrswachstum im Güterverkehr schwächt sich ab, dabei stabilisieren sich die relativen Anteile der Verkehrsträger. Beim Modal Split wird es nur noch zu moderaten Änderungen kommen. Die Güterstruktur im Straßengüterverkehr hat sich gleichzeitig stark in Richtung der hochwertigen Stückgüter verschoben.
    • Der Güterverkehr auf der Straße muss dazu beitragen, die steigende Nachfrage nach Transportdienstleistungen abzufangen, und bleibt daher unverzichtbar.
    • Die Bedeutung des Fernverkehrs ist im Straßengüterverkehr deutlich gestiegen. Die Unternehmen im Güterkraftverkehr stehen unter einem verschärften internationalen Kosten- und Wettbewerbsdruck.
  • Ausländische Nutzfahrzeuge
    Der Kostendruck führt dazu, dass Verlader und Spediteure in erheblichem Maße Aufträge an ausländische Transportunternehmen vergeben, insbesondere aus Osteuropa.
  • Auslastung und Überlastung von Straßen
    Mängel im Straßennetz in Verbindung mit dem erhöhten Pkw-Aufkommen sind Hauptursache für Staus auf deutschen Autobahnen. Der Lkw spielt als Stau-Verursacher eine deutlich kleinere Rolle als häufig angenommen.
  • Nachhaltigkeit und Grüne Logistik
    Lkw sind in den vergangenen Jahren erheblich sparsamer und emissionsärmer geworden. Die CO₂-Gesamtemissionen des Straßengüterverkehrs liegen aber aufgrund der steigenden Fahrzeugzahlen insgesamt noch deutlich über dem geforderten Minderungsziel in Deutschland.
  • Unternehmensstruktur des gewerblichen Güterkraftverkehrs
    Die Fahrer machen mehr als drei Viertel der Beschäftigten im gewerblichen Güterkraftverkehr aus. Problematisch ist im Hinblick auf die Fahrerausbildung, dass die Branche in Deutschland vorwiegend mittelständisch strukturiert ist, während vor allem die Großunternehmen ausbilden.
  • Demografischer Wandel
    Die Gesellschaft altert, sie wird städtischer und individueller. Das heißt für den Straßengüterverkehr, dass im Zeichen des wachsenden Home-Shoppings und Internethandels die kleinräumigen Verkehre wachsen. Dies verschärft den Fahrermangel.

Die Zusammenhänge zwischen diesen Trends sind komplex und teilweise in sich widersprüchlich. Eine sorgfältige Gesamtabwägung unter Berücksichtigung aller Teilentwicklungen ist deshalb von besonderer Bedeutung, wenn es darum geht, eine verlässliche Gesamttendenz für die Zukunftsperspektiven des Straßengüterverkehrs zu beschreiben.

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