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Schnittstelle Rampe – Lösungen zum Vermeiden von Wartezeiten

140508-BMVI-9315_teaserAn der Rampe treffen Handels- und Transportunternehmen aufeinander. Wartezeiten für Lkw und die sozialen Rahmenbedingungen von Lkw-Fahrern sorgen regelmäßig für Diskussionsstoff. Denn für viele Logistiker und Lkw-Fahrer ist Warten inzwischen Bestandteil des Arbeitsalltags – für Unternehmen ist das teuer, bei Fahrern sorgt es für Stress.

Schon die ZF Zukunftsstudie 2012 hat das „Chaosfeld Rampe“ als das größte Schnittstellenproblem zwischen Handel und Transportunternehmen identifiziert. Nirgendwo sonst gibt es mehr Potential, um das „System Logistik“ zu modernisieren, effizienter und „menschlicher“ zu gestalten.

Dorothee Bär, Staatssekretärin BMVI

Dorothee Bär, Staatssekretärin beim Bundesverkehrsministerium und Koordinatorin der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik (BMVI). (Quelle:BMVI)

Orientierungshilfe für Unternehmen

Auch das BMVI setzt sich im Rahmen seines Aktionsplans Güterverkehr und Logistik mit der „Laderampe“ auseinander. Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister und Koordinatorin der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik (BMVI), hat hierzu vergangene Woche das Handbuch „Schnittstelle Laderampe – Gute Beispiele“ in Berlin vorgestellt.

Darin zeigen Beispiele aus der Praxis, wie Unternehmen und Beschäftigte Abläufe an ihren Laderampen verbessern können. Handlungsfelder sind z.B. die Verringerung der Zahl der Rampenkontakte, der Einsatz von modernen Informationssystemen oder optimierte Prozesse an der Rampe selbst.

 Ziel sind kürzere Wartezeiten an den Rampen der Verlader und bessere Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten,

sagte Dorothee Bär auf der Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag.

Potentiale auch mit wenig Aufwand nutzbar

Gründe für Wartezeiten und konfliktgeladene Arbeitsatmosphäre an der Rampe sind vielfältig und reichen von Kapazitätsengpässen bei den Rampenöffnungszeiten zu Stoßzeiten über schlechten Informationsaustausch zwischen den Rampenbeteiligten bis hin zu den vertraglichen Vereinbarungen zwischen den beteiligten Parteien.

Gruppenfoto Pressekonferenz (Quelle: BMVI)

Gruppenfoto mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Bär (m.) und den anwesenden Vertretern aus Wirtschaft und Branchenverbänden (Quelle: BMVI)

Was können Transportunternehmen tun, um die Situation zu verbessern? Besonders vielversprechend sind Prozesse, die Rampenbetreiber und Transportunternehmen besser miteinander vernetzen. Große Potentiale liegen in beleglosen Wareneingängen, der Einrichtung von Expressrampen, flexiblen Zeitfenstermanagementsystemen und einer „vorausschauenden“ Planung der Lkw-Ankünfte z.B. über moderne Telematiksysteme.Wer die Prozesse an der Rampe verbessert, bringt den Unternehmen Kostenvorteile und den Beschäftigten angenehmere Arbeitsbedingungen. Dorothee Bär betonte: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn viele Rampenbetreiber den Beispielen aus der Broschüre folgen und ihre Rampenabläufe überprüfen. In vielen Fällen ist nachweislich mit vergleichsweise geringem Aufwand viel zu erreichen. Mit flexiblem Zeitfenstermanagement oder digitalen Smartphone-Lösungen z.B., die die Koordinierung an den Rampen vereinfachen. Oder durch den Zugang zu Aufenthaltsräumen und sanitären Einrichtungen für das Fahrpersonal“.

Handbuch Schnittstelle Rampe (Quelle: BMVI)

(Quelle: BMVI)

Das Handbuch Schnittstelle Laderampe kann beim Bürgerservice des BMVI als Broschüre angefordert werden.

Susanne Scherbaum
Autor
Susanne Scherbaum
Kommentare: ( 2 )
  1. Es ist sicher sinnvoll, wenn an den Rampen etwas verbessert wird. Allerdings wäre es dringender nötig, mal an dem Punkt Wertschätzung der Fahrer anzufangen. Z. B. dass Fahrer ordentliche Arbeitsverträge (bzw. überhaupt einen Vertrag) bekommen, einen fairen Lohn mit dem man eine Familie ernähren kann, die Möglichkeit zum Einhalten der Lenk- und Ruhezeiten. Diese Punkte sind leider keine Selbstverständlichkeit! Und dann wäre da einfach noch der Respekt der Mitmenschen und ggf. auch mal ein bisschen Rücksichtnahme. Schließlich transportieren sie nicht nur Güter für die Industrie sondern auch unsere Nahrungsmittel, Möbel, Baustoffe, sämtliche Pakete, den Sprit fürs Auto, … einfach alles. In letzter Zeit werden die Arbeitsbedingungen für Fahrer immer schlechter, weil der Preisdruck immer grösser wird. Das führt dazu, dass immer mehr Fahrer aus Billiglohnländern eingesetzt werden, teilweise mit Fahrzeugen in schlechtem Zustand. Die Rechnung zahlt am Ende ganz sicher der Verbraucher. Wenn der Trend anhält haben wir bald lauter arbeitslose deutsche Fahrer. Die ausländischen Fahrer sprechen oft kein oder kaum Deutsch, was zu Problemen in der Abwicklung des Transports führt und sie kaufen in Deutschland nur das notwendigste ein und sparen möglichst viel Geld für die Rückkehr in ihre Heimat. Wohin soll das führen?

    Ich möchte alle bitten, Ihren möglichen Teil dazu beizutragen, die Weichen entsprechend zu stellen, damit der Beruf des LKW-Fahrers auch in Zukunft Familienleben ermöglicht und den Unterhalt für deren Familie sichert, auf dass es weiterhin Menschen gibt, die diesen Beruf gerne ausüben. Vielen Dank!

    1. Susanne Scherbaum

      Liebe Lydia,
      Sie beschreiben in Ihrem Kommentar einen wichtigen Sachverhalt, vielen Dank dafür. Aktuell können wir feststellen, dass an dem Thema Logistik mit seinen vielen Facetten an diversen Fronten gearbeitet wird. Gerade heute habe ich gelesen, dass das Bundesministerium BMVI über den BAG eine Fahrerbefragung durchführt. Dies zeigt, dass wir vor 2 Jahren mit der ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER einen Meilenstein gesetzt haben und die Fortsetzung weitere Steine ins Rollen gebracht hat. Für uns steht auch in der zweiten Studie der Mensch im Mittelpunkt und wir hoffen, dass die Szenarien und Handlungsempfehlungen der Branche konkret helfen werden.

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