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Pressemitteilung: Berufskraftfahrer? Nein, danke!

ZF-Zukunftsstudie zeigt: Der Transportbranche droht ein drastischer Nachwuchsmangel

  • Negatives Image macht den Beruf des Lkw-Fahrers für junge Menschen unattraktiv
  • Erforderte Ausbildungsqualifikationen stellen hohe Eintrittsbarrieren dar

Der demographische Wandel und fehlender Nachwuchs drohen zur Wachstumsbremse für die Logistikbranche zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Fachstudie der Hochschule Heilbronn im Auftrag der ZF Friedrichshafen AG in Zusammenarbeit mit dem ETM-Verlag.

Als Gründe für den Nachwuchsmangel in der Transportbranche werden besonders das negative Image des Berufs sowie die oft unattraktiven Arbeitsbedingungen genannt. Vor allem die ungünstigen Arbeitszeiten mit vielen Überstunden, der Termindruck, die Unvereinbarkeit des Berufs mit dem Privatleben sowie das relativ geringe Einkommen schrecken Schulabgänger davon ab, diesen Beruf zu ergreifen.

Ein weiterer Faktor, der junge Menschen davon abhält, eine Ausbildung zum Fernfahrer zu beginnen, liegt in den relativ hohen Eintrittsbarrieren. Der geforderte Lkw-Führerschein muss häufig selbst finanziert werden. Hier kommen auf die Berufseinsteiger Kosten in Höhe von 6.000 bis 8.000 Euro zu. Durch den Wegfall der Wehrpflicht fehlt zudem die Möglichkeit, den Führerschein bei der Bundeswehr zu erwerben. Eine Gelegenheit, die jährlich von etwa 15.000 Menschen genutzt wurde.

Allerdings sind zwei Drittel der Berufseinsteiger auch der Meinung, dass der Beruf des Fernfahrers durchaus Zukunft hat. Um zukünftig ausreichend Nachwuchs generieren zu können, muss sich die aktuelle Situation aus ihrer Sicht deutlich verbessern. Vor allem wünschen sich 89% eine bessere Bezahlung. Aber auch bessere Arbeitsbedingungen (87%), regelmäßigere Arbeitszeiten (79%) und eine Verbesserung des Images der Tätigkeit (77%) stellen für diese jungen Menschen wesentliche Faktoren dar, um die Attraktivität des Fahrerberufs zu steigern.

Auch die Möglichkeiten, junge Menschen aus eigener Kraft zum Fernfahrer auszubilden, sind nicht ausreichend vorhanden. Der deutsche Markt besteht hauptsächlich aus kleineren Betrieben, die durchschnittlich über lediglich fünf Fahrzeuge verfügen. Für diese Unternehmen ist die Ausbildung von Nachwuchskräften mit erheblichen Herausforderungen verbunden, die oft eine abschreckende Wirkung haben. Von den rund 9.000 Betrieben, die in der Lage wären, Fernfahrer auszubilden, stellen sich lediglich ein Drittel dieser Herausforderung.

Dieser Befund ist alarmierend. Denn in Zukunft werden nicht weniger, sondern mehr Fernfahrer benötigt. „In den kommenden zehn bis 15 Jahren gehen etwa 250.000 der jetzt rund 660.000 Fahrer in den Ruhestand. Die Lücke kann durch Nachrücker nicht mehr gedeckt werden“, kommentiert Logistikexperte Prof. Dr. Dirk Lohre die Situation. Derzeit beginnen rund 3.000 Menschen pro Jahr eine Ausbildung in diesem Beruf, während zwischen 10.000 und 15.000 Personen per Quereinstieg in die Branche wechseln. Um den künftigen Bedarf an Fahrern decken zu können, wären jedoch mindestens 25.000 Nachwuchskräfte pro Jahr nötig.

Vor diesem Hintergrund ist die Zukunftsfähigkeit der Branche nicht mehr ausreichend gesichert. Der Beruf muss insgesamt attraktiver gestaltet und die Ausbildungsmöglichkeiten optimiert werden. „Berufseinsteiger wünschen sich, dass technische Innovationen konsequent angewandt werden. Hierzu zählen beispielsweise bessere Kommunikationsmöglichkeiten und mehr Komfort in der Fahrerkabine. Außerdem müssen wir Wege finden die Abläufe am ‚Chaosfeld Rampe‘ zu optimieren, um zu viel Leerlauf bei den Fahrern zu vermeiden“, so Prof. Lohre weiter. Positiv zu beurteilen ist, dass die Fahrer, die bereits in dem Beruf arbeiten, Spaß an der Arbeit haben. 56% würden ihren Beruf jederzeit wieder wählen.

Veranstaltungshinweis „ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER“ auf der IAA 2012

25.09., 14.30 Uhr
Symposium zur „ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER“, veranstaltet von ZF,
ETM-Verlag und dem VDA; Convention Center, Saal 15/16, Messegelände Hannover

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Pressemitteilung, 24.09.2012

Ansprechpartner Medien

Thomas Wenzel
Leiter Presse Technik
ZF Friedrichshafen AG
Telefon: +49 7541-77 2543
Fax: +49-7541-77 902543
thomas.wenzel@zf.com

ZF ist ein weltweit führender Automobilzulieferkonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik mit 121 Produktionsgesellschaften in 27 Ländern. Der Konzern mit rund 72.100 Mitarbeitern erzielte im Jahr 2011 einen Umsatz von rund 15,5 Milliarden Euro. Um auch künftig mit innovativen Produkten erfolgreich sein zu können, investiert ZF jährlich rund fünf Prozent des Umsatzes (2011: 750 Millionen Euro) in Forschung und Entwicklung. Weitere Presseinformationen sowie Bildmaterial finden Sie unter: www.zf.com


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