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Parkraummanagement für Lkw im Hamburger Hafen

ContainerUmherfahrende Lkw auf der Suche nach einem Parkplatz – dieses Szenario soll im Hamburger Hafen der Vergangenheit angehören. Ein Parkraummanagement und eine App machen es möglich. Es geht um die intelligente Vernetzung der Hafeninfrastruktur.

Mit der Größe der Schiffe wachsen die Umschlagmengen im Hamburger Hafen und damit auch die Lkw-Verkehre. Knapp zehn Millionen umgeschlagene Container wurden 2014 gezählt, täglich werden mehr als 40.000 Lkw-Fahrten registriert. Begrenzt sind dagegen die Flächen, die für die Infrastruktur zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt sind Parkplätze für Lkw äußerst knapp. Um die Attraktivität des Hafens zu wahren, will die Hamburger Hafenbehörde HPA mit einem speziellen Parkraummanagement gegensteuern.

Ziel ist eine optimale Auslastung der Stellplätze für den Schwerverkehr. Das ist nicht nur wirtschaftlich interessant sondern auch umweltfreundlich, weil so Sprit gespart und Emissionen verringert werden können. Erreicht werden soll dies mit der mobilen smartPORT logistics-App (SPL). Sie soll den Fahrer über freie Parkplätze informieren, der kann dann gegebenenfalls gleich reservieren. Wenn Fahrer aktuelle Informationen über das Platzangebot haben, können auch angrenzende Stadtgebiete von parkenden Lkw entlastet werden, so die Idee. SPL besteht aus einer Webapplikation und einer mobilen App, über die Hafenbetreiber, Transport- und Logistikunternehmen Verkehrs-, Infrastruktur- und Logistikdaten in Echtzeit teilen können. Abrufbar sind sie über mobile Endgeräte wie Smartphones oder über die in Fahrerkabinen installierten Informatik-Einheiten.

Zunächst einmal sind drei Parkplätze im Hafen mit insgesamt etwa 300 Plätzen in die Versuchsphase gestartet: In Altenwerder Ost, Aluminiumstraße und Dessauer Straße wird die Belegung des Parkraums über Detektion erfasst – das heißt Induktionsschleifen und Bluetoothdetektoren, die an der Ein- und Ausfahrt der Parkplätze installiert sind, registrieren jedes Fahrzeug. Die Daten werden über Glasfaserleitungen oder per Funk an das Port Road Management Center geleitet, das die Auslastung der Parkplätze ermittelt und unmittelbar auf die LED-Anzeigetafeln DIVA (Dynamische Information zum Verkehrsaufkommen) im Hafen überträgt. Zusätzlich werden auch außerhalb des Hafens beim PrePort Parking auf dem privaten „Tankpark Moorfleet“ die Restkapazitäten ermittelt. Hier können so auf der gleichen Fläche mehr Fahrzeuge untergebracht werden, da sie sich beim „Block-Parken“ Stoßstange an Stoßstange aufstellen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich am Terminal voranzumelden.

Derzeit sind alle Plätze in einer Qualitätskontrolle. Bis Ende des Jahres soll es dann so weit sein, dass die Fahrer über die DIVA-Tafeln und die SPL-App über die Parksituation informiert werden. Mit der App geht aber noch mehr: Fahrer können damit auch Auftragsdaten einsehen oder mit den Disponenten kommunizieren. Der Disponent wiederum sieht die jeweilige Position des Fahrers und kann ihm entsprechende Touren zuweisen. Da das System bereits bei der Anfahrt nach Hamburg Informationen über Staus und Parkplätze liefert, können Routen und Pausen entsprechend geplant und Wartezeiten vermieden werden. Profitieren können aber auch Fahrer, die gerade keinen Auftrag haben. Sie können über SPL Teil der Flotte anderer Unternehmen werden und für diese Touren fahren, denn die Hafenbetriebe informieren über die App, ob sie verfügbar sind.

HPA ist für ihre Informations- und Kommunikationsplattform „smartPort Logistics“ Preisträger im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2015 geworden. Ausgezeichnet wurden Ideen und Projekte, die einen positiven Beitrag zur Gestaltung einer vernetzten Welt leisten und Antworten auf die Herausforderungen des digitalen Wandels geben.

Text: Regina Weinrich
Bild: Matthias Rathmann

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admin

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