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Paketlieferung per Roboter

Starship_Twitter_ShareTrotz seines galaktischen Namens bewegt sich das Start-up Unternehmen Starship Technologies auf dem Boden der Tatsachen – naja zumindest fast. Denn der Newcomer möchte entgegen der Konkurrenz wie Amazon oder DHL nicht Drohnen für den Transport von Sendungen zum Endkunden einsetzen, sondern kleine bodenständige Roboter. Diese sollen in einem Umkreis von fünf bis 30 Minuten um einen Hub oder ein Geschäft Waren an den Kunden ausliefern. Der kleine Helfer auf Rollen soll dabei zehn- bis 15fach geringere Kosten als die gängigen Alternativen verursachen. Denn die sogenannte letzte Meile auf dem Weg zum Kunden sei auch der Teil, der den Großanteil der Lieferkosten ausmacht.

Mit Hilfe der Roboter verspricht das Start-up-Unternehmen null Kosten, null Wartezeit und null Umweltbelastung. Die Roboter und deren Elektroantrieb würden nicht mehr Energie benötigen, als eine Glühbirne. Die Vorteile, die das Unternehmen für die Kunden ausmacht, sind die Aktualität der Sendungsverfolgung und die Möglichkeit, sich die Sendung in einem bestimmten Zeitslot liefern zu lassen – eben dann, wenn man zuhause ist. Per App könne der Kunde seine Sendung genau verfolgen und bei Ankunft den Frachtraum des mobilen Lieferanten entriegeln. Unterwegs bleibt dieser selbstverständlich geschlossen.Apropos unterwegs: Die Roboter sollen sich nach Angaben des Herstellers unauffällig in die Umwelt integrieren, da sie Fußgängerwege benutzen und ein zügiges Fußgängertempo annehmen. Selbst die Überquerung der Straße soll für die neuen Lieferanten kein Problem sein, denn mittels Navigation und einem Ausweichsystem erkennen sie auch Hindernisse. Um die Sicherheit zu erhöhen überwacht zusätzlich ein menschlicher Steuermann den Roboter aus der Ferne.

Mit diesen Zukunftsaussichten will Starship Technologies den Anforderungen der stetig wachsenden E-Commerce-Sparte begegnen und gleichzeitig eine Entlastung sowohl für die Umwelt als auch für die Transporter-Fahrer bieten. Stellt doch dieser letzte Lieferschritt die höchste Belastung für den Fahrer dar. Bei der Lieferung bis an die Haustür kann der Roboter ein Gewicht von zwei durchschnittlichen Einkaufstüten transportieren und wiegt dabei insgesamt ca. 20 Kilogramm.

Trotz der Notwendigkeit an alternativen Liefer- und Transportmöglichkeit stellen sich dem kritischen Beobachter dieser Vorstöße gleich mehrere Fragen: Wie verhält es sich mit der Sicherheit der Roboter, schließlich stellen sie mit ihrem geringen Gewicht eine, im wahrsten Sinne des Wortes, leichte Beute dar und könnten trotz GPS-Sendungsverfolgung ausgeraubt werden. Auch die Lage der angedachten Hubs oder Geschäfte ist fraglich. Durch die maximale Liefer-Reichweite des Roboters von etwa 30 Minuten müssten entsprechende Lagerhallen mitten in der Stadt bzw. Wohngebiet sein, was wiederum die Kosten im Vergleich zu einem Lager auf der Wiese deutlich erhöhen würde. Diesen und vielen weitere Fragen der Praktikabilität will das Unternehmen in einem ersten Feldversuch mit Partnern in den USA, Großbritannien und anderen Staaten noch in diesem Jahr nachgehen. Bei dem Versuch sollte man auch über die Fahrzeuggröße nachdenken. So könnte ein autonom fahrender Lieferwagen ein größeres Ladevolumen befördern und in Verbindung mit einer höheren Reichweite einen noch effizienteren und schnelleren Transport an den Endkunden gewährleisten. Man denke beispielsweise an eine Cargo-Version des Google-Autos. Dieses lässt sich dann auch nicht so einfach klauen.

 Die Idee mit dem sechsrädrigen Lieferprofi hatten auch schon andere in den 70er Jahren.

Die Idee mit dem sechsrädrigen Lieferprofi hatten auch schon andere in den 70er Jahren.

Autor
Jana Bronsch

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