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Mit innovativer Technik Kraftstoff sparen: GPS-Tempomaten

GPS Tempomat_TechelWenn es um CO2-Emissionen und die Nutzung von Kraftstoffen geht, dann sind sich Transporteure und Politiker in einem einig: der Verbrauch muss runter. Die Europäische Kommission setzt mit ihren Euro-Normen seit Jahren ein Signal für einen geringeren Kohlendioxid-Ausstoß. Auch an Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch soll gearbeitet werden. Lkw-Hersteller und Zulieferer stellen sich schon längst auf die Einführung einer gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchsreduzierung ein.

Technologischer Fortschritt im Fahrerhaus

Die geringeren Abgas-Grenzwerte, die die Euro-Normen festlegen, haben manche Hersteller dazu veranlasst die Motorensteuerung auf einen minimalen Verbrauch einzustellen. Im realen Fahrbetrieb führt das aber zu einem erhöhten Treibstoffverbrauch. Mit technologischem Fortschritt im Fahrerhaus können Speditionen dem entgegentreten.

Eine wichtige Rolle hierbei spielen die Entwicklungen in der Telematik: GPS-Tempomaten gleichen nicht nur die Nachteile herkömmlicher Geschwindigkeitsregler aus. Sie sorgen je nach Modell und Topografie auch für einen geringeren Kraftstoffverbrauch von 3 bis 6 Prozent.

 Wenn man von 100.000 Autobahnkilometern und einem normalen Fuhrparkverbrauch von 30 Litern ausgeht, ergibt dies hochgerechnet eine Ersparnis von ca. 1.250 € netto,

beschreibt Chefredakteur Gerhard Grünig (VerkehrsRundschau), auf der Fachkonferenz Lkw und Fuhrpark in Mainz

Wie funktionieren GPS-Tempomaten?

GPS-Tempomaten machen genau das, was Fahrer in Fahrerschulungen lernen: vorausschauendes Fahren. Die aktuell auf dem Markt erhältlichen Modelle verknüpfen dabei entweder im Fahrzeug oder in der Cloud gespeicherte Daten der Erdborfläche mit der Fahrzeugposition aus der GPS-Ortung.

Probefahrt mit GPS-Tempomat

Probefahrt mit GPS-Tempomat (Bild: Andreas Techel)

Sie sparen vor allem dann Kraftstoff, wenn die Strecke hügelig wird. So zum Beispiel das „Cruise Control with Active Prediction“ (CCAP) von Scania: Bei einer Steigung erhöht der Tempomat das Lkw-Tempo um zwei bis drei km/h und verschafft dem Fahrzeug dadurch so viel Bewegungsenergie, das es Anstiege schneller und mit weniger Schaltungen meistert. Außerdem reduziert das System am Ende einer Steigung die Geschwindigkeit viel früher als ein normaler Tempomat.

Fahrer und Schulungen bleiben unersetzbar

Studien zeigen, dass abhängig von Einsatz- und Streckenprofil kann ein sehr gut ausgebildeter Fahrer im Vergleich zu einem schlecht ausgebildeten Fahrer bis zu 20 Prozent mehr Kraftstoff einsparen. GPS Tempomaten können dabei selbst guten Fahrern helfen, noch sparsamer voranzukommen. Die Geräte helfen bei Nachtfahrten, schlechten Sichtverhältnissen und auf unbekannten Strecken – immer dann, wenn die Streckenbeschaffenheit schlecht abgeschätzt werden kann.

Dennoch: GPS-Tempomaten können gute Fahrer und regelmäßige Fahrerschulungen nicht ersetzen. Das effizienteste Mittel zur Kraftstoffeinsparung ist ein gesunder Mix zwischen telematischen Neuerungen und gut ausgebildeten Fahrern. Auf Schulungen zum richtigen Einsatz der Geräte sollten Spediteure daher nicht verzichten. Es ist wichtig, dass die Fahrer wissen wie sie die Geräte effizient nutzen können und ihre Vorteile erkennen.

So gilt in der Frage um GPS-Tempomaten und Fahrerschulungen: die Mischung macht’s.

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Susanne Scherbaum
Autor
Susanne Scherbaum

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