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Lkw mit Hybridantrieb: Ultrakondensatoren mit höherer Lebensdauer helfen beim Spritsparen

2050495_articulated_lorryBis zu 25 Prozent weniger Spritverbrauch soll mit Hilfe von Ultrakondensatoren demnächst auch bei Lkw möglich sein. Das zumindest versprechen die Hersteller eines neuen Hybridsystems.

Die Ultrakondensatoren kommen bisher bereits beispielsweise in Start-Stopp-Systemen in Pkw zur Anwendung und stabilisieren das 12-V-Bordnetz. Beim Nutzfahrzeug kommen momentan in den existierenden Kleinserienfahrzeugen oder in den Prototypen überwiegend Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. ZF hat gar einen 40-Tonner mit dieser Technik auf die Räder gestellt, der sich sehr geschmeidig bewegt. Mit dem TraXon Hybdrid Getriebesystem, das auch im ZF Innovation Truck erfolgreich zum Einsatz kommt, lässt sich der Langlaster nicht nur emissionsfrei rangieren, sondern auch per Fingerzeig auf dem Tablet an die Laderampe manövrieren.

Von Skeleton Technologies kommt jetzt in Zusammenarbeit mit Adgero ein Hochleistungs-Ultrakondensator. Dieser ist im aufgerüsteten Anhänger, statt wie üblich im Zugfahrzeug verbaut und befindet sich demnach entlang einer elektrisch angetriebenen Achse unter dem Trailer. Eine Elektronik steuert laut den Herstellern den Wechsel zwischen Rekuperation und Beschleunigungsschub. Durch diesen Vorgang sollen sich zwischen 15 und 25 Prozent Kraftstoff einsparen lassen. Die Anschaffungskosten für dieses System würden sich laut Hersteller innerhalb von drei Jahren amortisieren, wobei die Lebensdauer des Systems bei mehr als zehn Jahren liegt und damit höher als die eines „normalen“Trailers.

Das innovative Konzept von Skeleton und Adgero setzt bei der Herstellung der Ultrakondensatoren auf das sogenannte Curved Graphene. Die dünnen Kohlenstoffschichten bieten laut Herstellern eine bessere Leitfähigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Materialien. Die größere Oberfläche bietet außerdem die doppelte Energiedichte und ein Fünffaches an Leistungsdichte.

Das eingesetzte 800 Volt Kondensator-Modul besteht aus fünf zylindrischen Zellen mit je 160 Volt, die jeweils einzeln überwacht werden. Jeder Lkw, der mit einem sogenannten Adgero-Monitor ausgerüstet sei, werde zu einem elektrischen Parallelhybriden, wenn ein entsprechend ausgerüsteter Anhänger angekoppelt ist. 2016 will Adgero in Zusammenarbeit mit dem französischen Logistiker Alltrans das System in einem großangelegten Fahrtest in der Praxis realisieren.

Bild: Hersteller

 

Autor
Jana Bronsch

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