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Kontroverse Diskussion

Das autonome Fahren bewegt die Gemüter. In Goslar kritisierte der Präsident des Verkehrsgerichtstags, Kay Nehm, den nur einen Tag vorher vom Kabinett gebilligten Gesetzentwurf von Verkehrsminister Alexander Dobrindt.

Seine Vorstellung einer „rechtlichen Gleichstellung von Fahrer und Computer“ war ihm und anderen führenden Verkehrsrechtlern offensichtlich zu ungenau formuliert.

Es hätten noch technische oder auch ethische Bedenken geklärt werden müssen, hieß es von Seiten der Juristen, aber vor allem die Frage der Verantwortung stand im Mittelpunkt der Diskussion. Bliebe diese weiterhin beim Fahrer, wenn er per Knopfdruck auf Autopilot schaltet, dann würde das System damit zu einer erweiterten Lenkhilfe degradiert und kein Autofahrer könne die versprochenen Vorteile für sich in Anspruch nehmen.

Doch wer sollte auf Seiten der Technik die Verantwortung übernehmen? Der Fahrzeughersteller? Der Hersteller des Systems? Die zulassende Behörde oder am Ende doch wieder der Halter, wenn er eventuell einen Mangel am Fahrzeug übersieht?

Übertragen auf den Transportsektor kommt dann noch die Haftungsfrage auf die Unternehmer zu, die solche Systeme in ihren Flotten einsetzen würden. Der Nutzen wäre unzweifelhaft groß. Wer schon einmal Paket- und Briefboten gesehen hat, wie sie alle 50 Meter anhalten, eine Lieferung abgeben und dann wieder ins Auto hasten, um einige Meter weiter zu rollen, kann sich das leicht ausmalen: Gurtanlegen für die paar Meter? Rechtlich gibt es eine klare Antwort, aber die Praxis steht da oft entgegen. Dann steht der Transporter praktisch immer in zweiter Reihe, der Fahrer läuft drumherum und muss auf der Fahrbahnseite einsteigen.

Einfacher wäre es, wenn der Transporter bei vielen kleinen Lieferungen auf kurzer Strecke dem Fahrer automatisch folgen würde. Dann könnte er einen kleinen Vorrat an Sendungen zu Fuß austragen und im Idealfall von der Gehwegseite des Fahrzeugs die nächsten Päckchen herausnehmen.

Technisch dürfte diese „Follow-Me-Funktion“ zum Beispiel eine Smartwatch am Fahrer-Handgelenk erfüllen. Das Hindernis für den Straßenverkehr wäre in etwa vergleichbar mit einer Kehrmaschine, die ebenfalls sehr langsam aber gleichmäßig ihre Bahn zieht.

Auch beim Thema Sicherheit würden sich Vorteile ergeben:

  • Der Fahrer muss nicht mehr so oft auf die Fahrbahn laufen, um das Auto weiter zu fahren.
  • Die Frage nach Gurt oder nicht stellte sich dann nicht.
  • Vom Fahrzeug selbst dürfte bei Schrittgeschwindigkeit ebenfalls keine Gefahr ausgehen.

Seit Jahrzehnten setzen Industrieunternehmen selbstfahrende Arbeitsplattformen ein, die per Sensorik von selbst anhalten, wenn ein Hindernis auftaucht.

In unserer Grafik warnt zusätzlich noch ein per Laser erzeugter Schriftzug am Boden vor dem nachfolgenden Fahrzeug. Damit wären selbst die Smombies, also Fußgänger mit Smartphone vor der Nase, berücksichtigt.

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So bleibt es vorerst dabei: Die Technik steht bereit, aber klare Regeln fehlen weiterhin. Für den Vorstoß von Minister Dobrindt wird es wohl auch nicht einfach werden, denn der muss nun erstmal durchs Parlament.

Autor: Andreas Techel  //  Grafik: ETM cp

Autor
Andreas Techel
Kommentare: ( 1 )
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