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Höchste Eisenbahn!

Der aktuelle Bahnstreik ist keine Vorlage für den Straßengüterverkehr in Deutschland.

Kein Streik für den Starßengüterverkehr in Deutschland

Die Lokführer zeigen es uns mal wieder. Gleich am ersten Tag des längsten Streiks in der Geschichte der Bahn bricht an vielen Orten das Chaos aus. Die Arbeitsbedingungen dieser Berufsgruppe sind mir nicht im Detail bekannt, aber da sie in den letzten Jahren doch immer wieder für Schlagzeilen gesorgt haben und dabei auch relativ große Lohnerhöhungen durchsetzen konnten, gehe ich davon aus, dass sie nicht so schlecht sein können. In Relation zu der Berufsgruppe, die im Vergleich etwa fünfmal so viele Güter unseres täglichen Bedarfs transportiert, schon gar nicht. Trotz des Ärgers für alle Betroffenen rücken uns die Eisenbahner eins ins Bewusstsein: nämlich wie wichtig Transport, Mobilität und Logistik sind.

Kein Streik für den Starßengüterverkehr[/caption]Eine Vorlage für den Straßengüterverkehr wird das zumindest in Deutschland nicht sein. Zu kleinteilig strukturiert sind die Unternehmen, zu wenig organisiert sind die Tarifpartner, zumindest auf Seiten der Fahrer, mal abgesehen davon, dass die Tarifbindung in der Fläche ohnehin mehr als löcherig ist. Zu unterschiedlich sind auch die Interessen innerhalb der Branche, obwohl mancher Spediteur hinter vorgehaltener Hand mit einer Arbeitsniederlegung flirtet, um etwas mehr Wertschätzung zu bekommen. Natürlich kann er so etwas nicht umsetzen, denn dagegen sprechen seine Verträge. Aber die Wirkung der französischen oder italienischen Transportproteste ist auch hierzulande bekannt.

Glaubt man den Spontanumfragen, ist das Verständnis und die Wertschätzung für Lokführer mittlerweile stark gesunken, aber das liegt vielleicht auch an deren Interpretation der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Im Straßentransport könnte es um das Ansehen aller Beteiligter auch besser bestellt sein, vor allem wenn man sich den individuellen Einsatz der Menschen im Transportwesen für das Gemeinwohl vor Augen führt. Doch auch hier sehe ich Licht am Horizont. Unsere ZF Zukunftsstudie FERNFAHRER 2.0 ist in Politik und Wirtschaft mit viel Wohlwollen und Interesse aufgenommen worden. Wichtige Entscheidungsträger dort haben damit deutlich mehr Einblick gewonnen. Jeder einzelne von uns kann zumindest zu einer atmosphärischen Verbesserung beitragen. Wer sich etwa angesichts eines überholenden Lkw furchtbar aufregt fühlt sich deutlich schlechter als jemand, der einem 40-Tonner-Chauffeur zum Beispiel per Spurwechsel das Auffahren auf die Autobahn ermöglicht. Probieren Sie das doch einmal aus.

Autor
Andreas Techel
Kommentare: ( 1 )
  1. Hallo, ich bin Fahrlehrer für alle Klassen, da hat man zu den Brummifahrern sowieso auch privat ein anderes Verhältnis. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich, wenn möglich, die Spur wechsele, um LKW`s die Einfahrt in die Autobahn ermöglichen, und das versuche ich auch meinen Fahrschülern beizubringen. Viel LKW – Fahrer machen uns das ja auch vor, auch wenn es nur um PKW`s geht, die in die Autobahn wollen. Auch gehe ich notfalls vom Gas, wenn ich einen erheblichen Geschwindigkeitsunterschied zwischen zwei KLW`s erkenne, um dem hinteren das Überholen zu ermöglichen. Allerdings führe ich auch die beschleunigte Grundqualifikation für angehende Berufskraftfahrer, und die Weiterbildungen (5Module) durch, und in beiden wird das sogenannte Ecotraining angeboten. Hier wird versucht den LKW – Fahrern beizubringen, dass ein Überholen bei geringfügigem Geschwindigkeitsunterschied völlig unwirtschaftlich ist, und das der Mehrverbrauch für diesen kleinen Zeitgewinn teuer bezahlt werden muss. Wenn sich alle an die ca. 85 Km/h halten würden, wären viele Überholvorgänge überflüssig, und der Verkehr würde besser und kostengünstiger rollen

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