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Herausforderungen der Zukunft – Infrastruktur im Wandel

Autobahn

Die am 11. Mai vom Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgestellte Verkehrsprognose 2030 macht deutlich, dass die Verkehrsinfrastruktur vor einer Belastungsprobe steht. Bis zum Jahr 2030 werde demnach der Güterverkehr (Tonnen-Kilometer) in Deutschland um 38 Prozent steigen. Die Verkehrsleistung werde auch im Schienen-, Schiffs-, Personen- und Luftverkehr zunehmen.

Wir müssen deshalb weiterhin kräftig in den Ausbau und die Modernisierung des Gesamtnetzes investieren,

sagte Dobrindt bei der Vorstellung der Prognose in Berlin. Beim Güterverkehr wird weiterhin mit einer hohen Dynamik des internationalen Handels gerechnet, die sich auf grenzüberschreitende (+ 42 Prozent) und auf Transitverkehre (+ 52 Prozent) auswirken wird. Der stärkste Zuwachs der Verkehrsleistung ist der Prognose zufolge bei der Bahn mit rund 43 Prozent zu erwarten. Gefolgt von Lkw mit rund 39 Prozent und Binnenschiff mit rund 23 Prozent. Auch wird weiterhin mit einem Zuwachs beim Pkw-Verkehr und dem öffentlichen Straßenpersonenverkehr inklusive der Fernbuslinien gerechnet.

Die Verkehrsprognose 2030 ist Grundlage für den Bundesverkehrswegeplan, dessen Erstellung nun aufgenommen werden kann. Hierfür hat Dorothee Bär, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und Koordinatorin der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, bereits beim Logistik-Kongress in Stuttgart angekündigt, beim Aus- und Neubau klare Prioritäten zu setzen. Bär sieht im grundlegend veränderten Mobilitätsverhalten, das sowohl durch den demographischen Wandel als auch durch die Digitalisierung verursacht wird, eine große Herausforderung für die Verkehrssysteme und damit auch für die Infrastruktur. Ein weiterer Einflussfaktor darf bei der künftigen Infrastruktur laut Bär ebenfalls nicht vernachlässigt werden: der Klimawandel und die damit einhergehende Naturkatastrophen, wie das Jahrhunderthochwasser im vergangenen Jahr in Deutschland.

Die deutschen Verkehrswege sind verwundbar,

sagte Bär und wies auf die hohen Investitionssummen hin, die für den Wiederaufbau mobilisiert werden. Zusätzlich zum Aus- und Neubau müsse daher verstärkt in den Erhalt der derzeit vorhandenen Infrastruktur investiert werden.

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Der unmittelbare Zusammenhang der künftigen Herausforderungen für die Infrastruktur war auch das zentrale Thema beim dreitägigen Weltverkehrsforum (International Transport Forum, kurz ITF) in Leipzig. ITF-Generalsekretär José Viegas sagte, dass der Wandel im Mobilitätsverhalten, der Digitalisierung sowie der Demographie und des Klimas dramatische Folgen haben werde. Ganz besonders davon betroffen sei laut Viegas die Logistik.

Durch die zunehmende Automatisierung wird sich die Produktivität erhöhen, und wir werden in der Logistik und im Verkehrssektor sehr viele Arbeitsplätze verlieren,

skizzierte er. Umso wichtiger sei deshalb ein frühzeitiger und intensiver Austausch über die Veränderungen. Dazu leiste das Weltverkehrsforum einen wichtigen Beitrag. Beim Spitzentreffen rund um die Themen Logistik, Mobilität und Verkehr waren 1.104 Teilnehmer aus 69 Ländern angemeldet, darunter 36 Verkehrsminister und stellvertretende Verkehrsminister.

Autor: ETM

Susanne Scherbaum
Autor
Susanne Scherbaum

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