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Hat Diesel bald ausgedient?

Aus der kürzlich vorgestellten Roland Berger-Studie zur Zukunft des Diesels geht klar hervor, dass die künftige Entwicklung des Dieselmotors eine wichtige Rolle im Hinblick auf die geplante Erreichung der von der EU geforderten CO2-Emissionswerten bis 2020/2021 spielt. Jedoch müsse laut Thomas Schlick, Partner von Roland Berger, ein Umdenken bei den OEMs und Zulieferern stattfinden, da es ohne Dieselmotoren nicht möglich sei, die gewünschten Werte zu erreichen. Dieselmotoren sind in den vergangenen Jahren zwar deutlich sauberer geworden. Doch aufgrund des aktuellen Abgasskandals werden wohl auch die Emissionstests künftig verschärft werden. Die neuen Vorgaben sollen sich dann nicht mehr nur an Laborwerten, sondern an den im realen Straßenverkehr erzielten Schadstoffemissionen messen. Die Herstellung der Dieselmotoren wird in Zukunft nun teurer werden, da diese mit zusätzlichen Verbrennungs- und Abgasnachbehandlungstechnologien optimiert werden müssen. Nun sei es laut Schlick wichtig für die Hersteller, kosteneffiziente Lösungen zu finden, die den geplanten Abgastests standhalten.

Die Herausforderung, der sich die Automobilhersteller und Zulieferer nun stellen müssen, haben diverse Nutzfahrzeughersteller schon gemeistert, indem sie Technologien entwickelt haben, die mithilfe der Nutzung von alternativen Treibstoffen zu einer Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu etwa 90 Prozent führen können. Schon heute können Lkw mit Biogas und Biodiesel, CNG beziehungsweise LNG sowie mit Bioethanol betankt werden. Auch der Hybridantrieb, also ein Mix aus Elektroantrieb und HVO (hydriertes Pflanzenöl) ist möglich. Mit effizienten Motoren und ausgeklügelter Technologie lassen sich aber auch mit Dieselmotoren Abgaswerte erzielen, die der Auszeichnung „Green Truck“ würdig sind. Entscheidend für die Verbreitung von alternativen Kraftstoffen und Antrieben ist nicht zuletzt eine flächendeckende Tank- und Ladestellen-Infrastruktur. Um die von der EU geforderten CO2-Emissionswerte künftig im realen Alltag und nicht nur im Labor zu erfüllen, muss seitens der Politik ein Umdenken in Sachen Subventionierung solcher Antriebstechnologie und entsprechender Infrastruktur erfolgen.

Autor: Carina Belluomo / Jana Bronsch
Bild: Thaut Images – Fotolia

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