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Fairness bei Forderungen

Fairness bei Forderungen

Finanzen: Offene Forderungen können selbst stabilen Geschäftsbeziehungen schaden. Um diese nicht nachhaltig zu gefährden, können Speditionen und Logistikunternehmen einen Vermittler einschalten.

Im Schnitt müssen Transport- und Logistikunternehmen sehr lange auf ihr Geld warten – laut dem Verband der Vereine Creditreform ganze 15 Tage. Dabei fehlen auch hohe Summen, die den Unternehmer in eine brenzlige Zwickmühle bringen können. Denn während die eigenen laufenden Kosten für Fuhrpark, Personal und Organisation gleich bleiben, fehlen die Einnahmen. Es klafft eine Liquiditätslücke, die den Logistiker in seiner Handlungsfähigkeit einschränkt und zugleich für schlechte Stimmung zwischen ihm und dem Schuldner sorgt.

In der Transportbranche mit ihrem hohen Wettbewerbsdruck sind gute, stabile Kundenbeziehungen enorm wichtig. Daher ist Fingerspitzengefühl gefragt: „Beim Mediativinkasso sind das Beitreiben von Forderungen und der Erhalt einer Geschäftsbeziehung komplett ebenbürtige Ziele“, betont Alfons Winhart, Vorstand der PNO Inkasso im bayrischen Deggendorf.

Während beim Factoring offene Forderungen von einem Finanzierer als Bindeglied nur teilweise rückerstattet werden, wird die Gebühr beim gängigen Inkassoverfahren in die 1. und 2. Mahnung an den Schuldner integriert. Sie ist gekoppelt an die Höhe der Hauptforderung. Beim Mediativinkasso ist der Schuldner im Dialog mit Gläubiger und Inkassodienstleister – Gespräche finden möglichst auf Augenhöhe statt. Statt hart durchzugreifen, wird eine an die Schuldnersituation angepasste Regelung vereinbart, etwa eine Teil- oder Ratenzahlung der offenen Forderungen. „Wir suchen nach Lösungen, die beide Seiten akzeptieren können“, sagt Winhart.

Für seine Kunden hat das Inkassobüro PNO vier Dialogfenster vorgesehen: „Für Einzelforderung lässt sich das Online-Mandanten-Portal gut nutzen.“ In der Regel werde aber „aufwandsarm“ eine sxl-Tabelle im Mandantenportal hochgeladen. Darin enthalten sind Details zu den Schuldnern, mit Akten, Warenlieferung, Mahnungen, Spesenvereinbarungen und Zahlungen. Der Königsweg ist laut Winhart ein automatisches Mahnverfahren, in dem Forderungen mittels eines ERP-Systems nach Ablauf einer festgelegten Frist direkt an das Inkassobüro überspielt werden. Als Viertes bietet PNO über die eigene Plattform (pno-inkasso.de) eine Smartphone-App an, auf der Kunden immer und überall die Aktenhistorie und Live-Daten zu ihren Forderungen einsehen und Fälle übergeben können. „Das ist die einzige App, die das kann“, versichert Winhart.

Kommt es doch zur Gerichtsverhandlung, kann es für den Schuldner teuer werden – „je länger das Verfahren dauert, umso teurer wird‘s, weil er den Vollzugsschaden tragen muss“, erläutert der PNO-Vorstand. Doch ist das Ziel stets, über ein vorgerichtliches Verfahren Einigung zu erzielen. „Bei gewachsenen Geschäftsbeziehungen ist die Chance auf Erfolg größer“, sagt Winhart.

Text: Claudia Wild; Foto: Michael Nivelet – Fotolia; Montage: Florence Frieser.

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admin

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