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Es gibt ihn doch, den motivierten Berufskraftfahrer- Azubi!

Es gibt ihn doch, den motivierten Berufskraftfahrer- Azubi!

Es gibt ihn doch, den motivierten Berufskraftfahrer- Azubi!

Das Ausbildungsengagement in der Transportbranche ist mit 11% sehr gering und das Image des Berufskraftfahrers sehr angekratzt. Doch ich hatte das Glück im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes sechs BKF-Azubis kennenzulernen, die völlig anders waren – ich war sehr positiv überrascht.

Da saßen sehr motivierte, glückliche und interessierte Jungs vor mir und erzählten begeistert über ihre Ausbildung. Überall hört man nur, dass die Azubis unzufrieden sind und es hohe Abbrecherquoten gibt. Doch hier war alles anders. Diese sechs waren durchweg zufrieden und zwar unabhängig vom Ausbildungsstand. Es waren jeweils zwei von ihnen aus dem ersten, zweiten und dritten Lehrjahr aus verschiedenen Firmen mit unterschiedlichen Anforderungen. In jedem Fall waren alle absolut motiviert. Sicherlich mag es auch daran gelegen haben, dass nur einer von ihnen im internationalen Fernverkehr unterwegs war und die anderen national oder sogar regional tätig waren. Eines war allen wichtig, nämlich die Vereinbarkeit zwischen Job und Freizeit. Tatsächlich haben alle sechs eine planbare Freizeit und sind nicht zuletzt deshalb so zufrieden mit ihrer Ausbildung. Bei dem Kurs konnte ich feststellen, dass die Begeisterung nicht nur dem technologie-unterstützten Training galt, sondern ebenso ihrem Job. Diese sechs schwärmten von der Verantwortung, der Abwechslung, dem menschlichen Austausch und dem Gefühl, trotz der hohen Anforderungen der „eigene Chef“ zu sein.

Bei derart positiven Rückmeldungen musste ich mich unweigerlich fragen: Habe ich einfach Glück gehabt und es sind die einzigen sechs BKF-Azubis, die wirklich Spaß an ihrer Arbeit haben? Ich glaube nicht! Denn auch bei dem „Young Professional Truck Award 2013“ habe ich viele tolle Auszubildende kennengelernt, die sich mit ihrem Beruf identifizieren. Auch bei einer Spedition in Mönchen-Gladbach waren junge Leute mit einem Engagement bei der Sache, das ich mir von so manchem erfahrenen Kraftfahrer wünschen würde. Auch in Trainings, zum Beispiel im Bereich „wirtschaftlich Fahren“, konnten wir bundesweit feststellen, dass die Jüngeren den sogenannten „alten Hasen“ in nichts nachstehen, sondern die neue Technik meistens sogar besser nutzen, weil sie noch nicht in Routine verfallen waren.

Damit möchte ich auf gar kein Fall die Erfahrung der älteren Fahrer schmälern, aber ich möchte hier eine Lanze für den Nachwuchs brechen, denn deren Wissensstand ist auf einem sehr hohen Niveau. Schade, dass negative Beispiele öfter erwähnt werden, als positive. Doch an dieser Stelle sei gesagt: es gibt ihn doch, den guten Nachwuchs!

Lasst uns deshalb zuversichtlich nach vorne schauen und gemeinsam daran arbeiten, dass ein Job in dieser Branche weiterhin und auch wieder Spaß macht.

Autor: Reinhard Buchsdrücker, Projektleiter und Ausbilder, DEKRA Akademie GmbH

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admin

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