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Erste Multi-Energie-Tankstelle in Europa

CNG, LNG und Flüssigstickstoff für Kühltransporte – in Frankreich können Lkw sich jetzt mit den drei CO2-Einsparern an einer Tankstelle versorgen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit des Transportunternehmens Transalliance mit dem Industriegashersteller Air Liquide im ostfranzösischen Fléville-devant-Nancy. Die Tankstelle ist nach Unternehmensangaben die erste ihrer Art in Europa. Wasserstoff soll die Energiepalette in absehbarer Zeit abrunden.

Die Tankstelle steht allen offen, zunächst aber rechnet man mit den Fahrzeugen von Transalliance, die für die Handelskette Monoprix mit Lebensmitteln gerade auch in Innenstädte hineinfahren. Air Liquide betont nicht nur die Einsparungen bei CO2 und Feinstaubemissionen sondern auch die verringerte Lärmbelastung durch die Fahrzeuge, was insbesondere bei nächtlichen Anlieferungen ein großer Vorteil sei. Außerdem lägen die Energiekosten pro Kilometer unter den Dieselpreisen.

Transalliance hat sich im Rahmen des Projektes zunächst eine Flotte von 14 neuen CNG- und LNG-Fahrzeugen mit Aufliegern angeschafft, wobei sich der Fuhrpark noch bis zum Jahresende stark erweitern soll. Die Tankstation ist für die Versorgung von 80 Fahrzeugen ausgelegt.

Air Liquide will sich im Bereich der sauberen Mobilität etablieren und arbeitet gleichzeitig an der Entwicklung von Bio-CNG und -LNG auf der Basis von organischen Abfällen. Ende 2015 hatte das Unternehmen weltweit 50 Anlagen zur Aufbereitung von Biogas und Biomethan eingerichtet, es entstanden außerdem 75 Wasserstoff-Stationen und in Schweden 50 Erdgastankstellen.

Das Beispiel zeigt welche Diversifikation auch auf die Anbieter von Energie zukommen wird. Logischerweise fokussiert der Industriegashersteller Air Liquide auf seine Kernkompetenz, aber wer weiter denkt, stellt sich unweigerlich die Frage, wie eine Tankstelle der Zukunft aussehen muss. Neben herkömmlichen Diesel, verschiedenen Gasen wird in den nächsten Jahren auch noch elektrische Energie angefordert werden. Doch hier kann erst eine wesentliche höhere Ladegeschwindigkeit dafür sorgen, dass ein sinnvoller Versorgungsbetrieb entstehen kann.

Autor
Andreas Techel

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