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Erdverbunden

Terberg_Ansorge_optIn unseren letzten Blogposts kamen wir uns mitunter vor wie beim Schreiben eines Drehbuchs für einen Science Fiction Film. Fliegende und rollende Drohnen, überdimensionierte Transportbobbycars und eine unterirdische Roboterbimmelbahn sollten unseren Warenfluss künftig übernehmen. Freilich alles autonom und auf Knopfdruck. So weit ist es natürlich noch lange nicht, erst recht nicht im öffentlichen Raum. Gesetze bewahren uns noch vor einem Himmel voller schwirrender Gepäck-Drohnen, der vielleicht noch schwerer zu akzeptieren wäre als autonom dahinrollende Lkw-Konvois. Hier lockern sich immer mehr die Paragrafen. Die Hersteller haben gezeigt, dass sie technisch in der Lage wären, den Transport dadurch noch effizienter zu gestalten.

Während die jüngst zur Sternfahrt aufgebrochenen Platooning-Lkw allesamt von Dieselmotoren angetrieben werden, kündigt sich jedoch auch in der Gewichtsklasse bis 40 Tonnen der Elektroantrieb an. So zeigte ZF bereits vor zwei Jahren einen voll funktionsfähigen Hybrid-Lkw, der per Elektrounterstützung eine Menge Sprit spart. In Schweden und Kalifornien sollen einige Highways für Oberleitungslastwagen elektrifiziert werden und auch in der deutschen Uckermark gibt es bereits eine Teststrecke für diese Version des Elektro-Lkw. Mit Akkus als Energiespeicher lassen es die Lkw-Hersteller und einige Spezialfahrzeugbauer vorerst bei der Gewichtsklasse bis 18 Tonnen bewenden.

Zuwenig für Wolfgang Thoma. Der rührige Geschäftsführer der Allgäuer Spedition Ansorge möchte die Abkehr von den fossilen Brennstoffen schneller vorantreiben. Mit Fördermitteln des Landes Bayern will er einen vollektrischen 40-Tonner auf die Räder stellen. Anfang 2018 soll dieser voll autobahntaugliche E-Lkw im Umkreis von etwa 200 Kilometern im Einsatz sein. Versorgt mit dem Strom der 18.000 Quadratmeter großen speditionseigenen Fotovoltaik-Anlage sieht Thoma ihn bei bestimmten Kunden, die ihre Produktionsstätten in lärmsensitiven Umgebungen haben, aber auch im Vor- und Nachlauf zum kombinierten Verkehr. „In der Konsequenz“, so Thoma, seien auch seine Lang-Lkw gut geeignet für den Aufbau einer Elektrovariante. Sie könnten mit ihren längeren Radständen sogar noch mehr Platz für Akkus und damit Reichweite bieten. Schon ab Sommer wird die Sonne den „Sprit“ für einen 40-Tonner liefern. Ab Juni soll eine elektrisch betriebene Terberg-Sattelzugmaschine die Auflieger auf dem Firmenhof in Biessenhofen sortieren.

Foto: Matthias Rathmann

Autor
Andreas Techel

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