CO2-Emissionen verringern durch Obergrenzen.
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CO2-Obergrenzen für Lkw gefordert

Konzepte wie Platooning oder der Oberleitungs-Lkw sorgen für Abwechslung in der Diskussion um die Klimabilanz von Trucks. Aber Europas Autobauer werden sich wohl nicht mehr lange gegen CO2-Obergrenzen sperren können. Die werden jetzt nämlich auch von großen Verladern und Logistikkonzernen bei der EU-Kommission eingefordert.

Unternehmen wie Ikea, Nestlé, Philips, DB Schenker und Deutsche Post DHL wollen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Voraussetzung für weniger Emissionen ist ein geringerer Spritverbauch, und wenn beides sinkt, profitieren Umwelt und Transportunternehmen gleichzeitig. Bei letzteren könnten pro Jahr und Lkw die Dieselkosten bis zu 10.000 Euro runtergehen, der Umwelt blieben auf das Jahr 2030 berechnet 37 Millionen Tonnen Kohlendioxid erspart, schreiben sie in einem Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Und warum sollte in Europa unmöglich sein, was anderswo geht? Schließlich haben Japan, China und besonders die USA bereits Obergrenzen für Verbrauchs- und Abgaswerte festgesetzt, argumentieren die 19 Unterzeichner des Briefs. Sie wollen ehrgeizigere Maßnahmen umgesetzt sehen als VECTO, das von der Automobilindustrie und der EU-Kommission zusammen entwickelte Programm zur Berechnung des Fahrzeugenergieverbrauchs. Jetzt haben sich Verlader, Logistiker und Umweltverbände zusammengetan um zu erreichen, dass Brüssel bei den erwarteten Gesetzesinitiativen zum Straßentransport klar Stellung bezieht.

Denn es bedürfe großer Anstrengungen, damit die EU ihre auf dem Klimagipfel in Paris getroffene Verpflichtung erfülle, die CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent zu senken, lautet die Argumentation. Und dabei müsse der Straßentransport eine bedeutende Rolle spielen, er sei schließlich für ein Fünftel der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich. Obwohl Lkw weniger als fünf Prozent aller Fahrzeuge auf den Straßen stellten, verbrauchten sie 25 Prozent des gesamten Kraftstoffs. Hier liege viel Potential brach.

Die Transportindustrie will sich der Herausforderung stellen und sei bereit, ihre eigenen Anstrengungen zu vergrößern, damit die EU ihre Klimaziele erreiche, heißt es in dem Brief. Das gehe aber nicht im Alleingang. „Wir fordern Sie deshalb auf, Obergrenzen festzusetzen, die Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß von Lkw verringern“, so die Forderung an die Kommission.

Die Brüsseler Behörde hatte diese Maßnahme bereits in ihrer Mitteilung „Strategie zur Minderung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge“ aus dem Jahr 2014 erwogen. Durch technische   Verbesserungen des Motors (z.B. Wärmerückgewinnung), des Antriebsstrangs, der Aerodynamik, der Reifen und der Nebenaggregate sowie durch eine leichtere Bauweise könnten erhebliche Einsparungen bei Kraftstoffverbrauch und bei den CO2-Emissionen erzielt werden, heißt es darin. „Die CO2-Emissionen (lassen) sich allein durch den Einsatz der neuesten Fahrzeugtechnologien um rund 35 Prozent verringern“, hielt die Kommission damals fest.

Nun führen die Beschwerdeführer gegenüber Juncker Energiekommissar Arias Canete ins Feld. Auch der habe festgestellt, dass er CO2-Standards für Lkw für „unerlässlich“ hält, ähnlich äußerte sich auch Verkehrskommissarin Violeta Bulc vor dem Europäischen Parlament. Und deshalb soll sich die Kommission jetzt in ihrer geplanten Mitteilung zur Verringerung des CO2-Ausstoßes im Transportsektor eine Verpflichtung eingehen. Sie soll sich darauf festlegen, einen Gesetzgebungsvorschlag vorzulegen, mit dem sich innerhalb der nächsten zwei Jahre Obergrenzen einführen lassen.

Autorin: Regina Weinrich
Bildquelle: ChaotiC PhotographY_Fotolia

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