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Blick nach vorn

Fernfahrerbranche heute und morgen

Fernfahrerbranche heute und morgen

Vor gut zwei Jahren stellte die ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER – der Mensch im Transport- und Logistikmarkt erstmals einen wissenschaftlich fundierten Einblick in die Lebenssituation von Kraftfahrern und deren Bedeutung für die Logistikbranche. Zusammen mit der Zeitschrift FERNFAHRER aus dem Stuttgarter ETM Verlag hatte ZF die Studie bei der Hochschule Heilbronn in Auftrag gegeben. Unter der Leitung von Professor Dr. Dirk Lohre wurde die Arbeit unter anderem auf der Bundespressekonferenz in Berlin und auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellt.

ZF-Zukunftsstudie

ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER 2012

Die wichtigsten Aussagen der Studie fanden vielfachen Widerhall in den Medien, denn die Probleme im Transportbereich haben eine hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung für die Exportnation Deutschland. So wies die Studie auf einen drastischen Fahrermangel hin, der sich in den nächsten acht Jahren deutlich verschärfen wird. Von den etwa 660.000 Kraftfahrern in Deutschland werden in diesem Zeitraum gut 40 Prozent in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig rückt nur ein Bruchteil der benötigten Fachkräfte durch Ausbildung oder Umschulung nach. Angesichts des stetig steigenden Transportbedarfs schwierige Aussichten, auch für die produzierende Wirtschaft.Als Gründe nannte die Studie die schlechten Rahmenbedingungen der Berufskraftfahrer. Diese machten ihren Job eigentlich mit Freude, doch die meist sehr niedrige Entlohnung im Verbund mit einer miserablen Work-Live-Balance ließe den Beruf im Vergleich zu anderen Betätigungsfeldern schlecht aussehen. Dazu komme ein überwiegend schlechtes Image in der Bevölkerung, obwohl die Versorgung der Konsumenten mit allen Dingen des täglichen Bedarfs auf den Schultern der Fahrern läge. Die Studie empfahl Politik und Wirtschaft dringend, Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Studienfortsetzung

Mit der Fortsetzung der Studie haben sich ZF und der ETM Verlag als dritten Partner die Sachverständigenorganisation DEKRA ins Boot geholt. Als größter Bildungsträger im Transportwesen bringt der neue Partner per se viel Expertise mit, bietet aber auch für die Erhebung der Daten hervorragende Möglichkeiten. Das bewährte wissenschaftliche Team der Hochschule Heilbronn ist bereits seit dem vergangenen Herbst wieder an der Arbeit.

DiagrammeIn der ZF-Zukunftsstudie 2.0 sollen, basierend auf den aktuellen Transportmarktentwicklungen, Wenn-dann-Szenarien aufgebaut werden, die sich durch bestimmte Stellgrößen bis etwa 2030 entwickeln könnten. Somit hätten politische Entscheider, aber auch Unternehmen mit der neuen Studie eine Art Simulator zur Hand, der ihnen mögliche Auswirkungen ihres Handelns vor Augen führt. Ein Beispiel ist die aktuelle Handhabung der Kabotageregeln in der EU. Als Kabotage wird das Transportieren von Frachten durch ausländische Unternehmen bezeichnet. Dies betreiben deutsche Speditionen in den Nachbarländern ebenso wie diese auf dem deutschen Markt. Um jedoch das Lohngefälle in der EU zu berücksichtigen, ist die Zahl dieser Fahrten nur begrenzt erlaubt. Für manchen hiesigen Spediteur ist das jedoch zu wenig Schutz, manch großer Logistikkonzern fordert dagegen die vollkommene Aufhebung solcher Bestimmungen. Fakt ist, dass die Zunahme der Kabotagefahrten durch osteuropäische Unternehmen in einigen Fällen zu Marktstörungen geführt hat, zumal auch die Kontrolle der gegebenen Regeln nicht in ausreichendem Maße stattfindet. Hier kann die Studie entscheidende Hinweise an verantwortliche Personen geben.

Immer im Fokus stehen dabei auch die Bedingungen der Fernfahrer. Wie werden sich die Löhne entwickeln? Entstehen neue attraktive Arbeitszeitmodelle, die den Beruf wieder für eine breitere Gruppe attraktiv machen? Der Lkw und mit ihm die Fahrer sorgen nicht nur dafür, dass die Regale im Supermarkt gut gefüllt sind, sondern sie sind auch eine tragende Säule der Industrie. Und ein Exportweltmeister sollte sich hier keine Fehlentscheidungen leisten.

Studie FERNFAHRER 2.0

Für die Fortsetzung haben sich ZF und das Magazin FERNFAHRER als dritten Partner die DEKRA ins Boot geholt. Die Sachverständigenorganisation ist der größter Bildungsträger im Transportwesen.

Für die Studie werden Experteninterviews mit Spediteuren und Logistikern, sowie mit  Vertetern von Verbänden, Fachmedien und Politik durchgeführt, außerdem eine ZF-Zukunftsstudie_Fragebogenaktion unter Lkw-Fahrern.  Bis zum Sommer finden im Rahmen der ZF-Speditionslounge regelmäßige Treffen mit führenden Köpfen der Branche statt.

Die Studie wird im politischen Rahmen in Brüssel und Berlin und auf der IAA-Nutzfahrzeuge (25.9. – 2.10.) präsentiert.

Autor
Andreas Techel

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