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App in die Zukunft?

App ind die Zukunft

 

Der digitale Wandel ist allgegenwärtig. Bei der Suche nach einer passenden Unterkunft am Urlaubsort nutzen die meisten bereits Online-Dienstleister und selbst die Anfahrt zum Flughafen lässt sich im Web organisieren, sogar der Pizzadienst klingelt an der Tür, wenn man zuvor auf dem Smartphone-Schirm seine Wünsche eingetippt hat. Eine solche Dienstleisterstruktur, bei der Angebot und Nachfrage unvermittelt zusammenkommen, soll nun mit Chronotruck auch auf dem Transportmarkt für Furore sorgen. Wie die Zeitschrift trans aktuell berichtet haben sich die Gründer Rodolphe Allard, David Botvinik und Mathieu Verrecchia vorgenommen, mit ihrer neuen Internet-Plattform den Frachtenbörsen den Rang abzulaufen. Die App von Chronotruck ortet das Fahrzeug mit verfügbarem Laderaum und kann bei Bedarf Fracht vermitteln. Der Transporteur vermeidet damit Leerfahrten und steigert entsprechend seinen wirtschaftlichen Erfolg. Für die Dienstleistung will Chronotruck eine Kommission in Höhe von 15 Prozent der Transportrechnung erheben.

Wer sich daran beteiligt, bewegt sich mit seinem Lkw just in time für den Kunden verfügbar durch die Landschaft. Ob dieses System sich gegen die etablierten Frachtenbörsen durchsetzen kann, sei dahingestellt. Auch diese entwickeln sich ständig mit neuen Diensten und Angeboten weiter. Hier sind also auf der Transportseite und auch auf der Verladerseite Personen gefragt, die mit Flexibilität und schneller Auffassungsgabe das Beste für ihr Unternehmen herausholen. Wo geht die Tour hin und was kommt danach? Wie lässt sich dabei noch die zur Verfügung stehende Fahrzeit kalkulieren? Es ist davon auszugehen, dass im digitalen Transportnetz ähnlich wie bei einem Schachcomputer derjenige das Match gewinnt, der am schnellsten dauerhaft die meisten Züge vorausberechnen kann. In Zukunft sicher auch mit Vorausberechnung des Verkehrsaufkommens auf den Touren.

Dabei wird es auch auf den Fahrer ankommen, der nicht nur viel Flexibilität innerhalb der gesetzlichen Fahrzeitregelung aufbringen muss, sondern eventuell auch virtuos mit dem Informationsangebot umgehen sollte. Sowohl sein Berufsbild als auch das des Disponenten wird sich mit zunehmender Digitalisierung der Transportwelt immer stärker verändern. Bleibt die Frage, ob die Ausbildung mit dem Tempo der Entwicklung Schritt hält und ob sich auch genügend Menschen für diese Berufe interessieren werden. Langeweile dürfte zumindest nicht aufkommen beim digitalen Wandel im Transport.

Chronotruck zumindest will nach einer Versuchsphase im Großraum Paris und später in ganz Frankreich ab Anfang 2016 europaweit durchstarten.

Bild: Petair – Fotolia

Autor
Andreas Techel

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