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Alles im Blick mit dem Abbiege-Assistenten für Lkw

Abbiege-Assistent für LkwMehr Bewegung an der frischen Luft, mehr Flexibilität und auch der Umwelt tut Mann oder Frau was Gutes, wenn statt dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln das Fahrrad als Fortbewegungsmittel gewählt wird. Auch das Elektro-Bike erleichtert dem ein oder anderen neuerdings die Entscheidung. Doch trotz der Vorteile für das Wohlbefinden und die Umwelt spricht die Unfallstatistik auch eine deutliche Sprache: Im Jahr 2014 ereigneten sich auf deutschen Straßen 78.653 Fahrradunfälle. 405 davon verliefen tödlich. Nicht nur in Anbetracht der Zielvorstellung „Vision Zero“, nach der die Verkehrsmittel so sicher gestaltet sein sollten, dass keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auftreten, bedeuten diese Unfallzahlen eine Herausforderung. In diesem Zusammenhang lautet deshalb eine der Forderungen des Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (Bundesverband) e. V. (ADFC), die Einführung von elektronischen Warnsystemen an Fahrzeugen. „Häufigste Ursache bei Kollisionen sind in jedem Jahr fahrlässig abbiegende Autos und Lkw“, heißt es auf der Club-Website.

Dass die Sicherheit im Straßenverkehr auch für alle Beteiligten gleichermaßen von zentraler Bedeutung ist, haben auch die Hersteller erkannt und arbeiten an solchen Systemen. Mercedes Benz will in naher Zukunft beispielsweise für seine Lkw einen Abbiege-Assistenten einführen, der per Radarsensoren die rechte Fahrzeugseite „im Blick“ behält. Denn in 64 Prozent aller Fälle erfolgt der Zusammenstoß auf der rechten Seite – eben da, wo dem Lkw-Fahrer der klassische Schulterblick leider nicht ausreicht, um die Umgebung vollständig zu erfassen. Mit diesem „zusätzlichen Augenpaar“, erfasst das System bewegte und feste Hindernisse – vorne bis zu zwei Meter vor dem Fahrerhaus bis zum Ende des Aufliegers. Der Hersteller arbeitet dabei mit einem Zwei-Stufen-Warnsystem: An der A-Säule auf der Beifahrerseite bekommt der Fahrer zunächst ein optisches Signal, wenn das System einen Fahrradfahrer, Fußgänger, einen anderen Verkehrsbeteiligten oder ein fixes Hindernis erfasst. In der zweiten Stufe warnt das System sowohl optisch als auch akustisch vor einer Kollision. Der Vorteil der Radar-Sensorik gegenüber einer Kamera erlaubt die Überwachung der rechten Seite auch dann, wenn die Sichtverhältnisse beispielsweise witterungsbedingt schlecht sind. Der Abbiege-Assistent soll auch bei Spurwechsel dem Fahrer und anderen Verkehrsbeteiligten mehr Sicherheit bieten. Das System ist derzeit noch in der Entwicklung, denn die Komplexität der Verkehrssituationen – vor allem in den Innenstädten – stellt nicht nur für Fahrer, sondern auch für die Sicherheitssysteme eine Herausforderung dar. Dennoch soll die Markteinführung des Abbiege-Assistenten laut Mercedes-Benz in naher Zukunft sein.

Bild: ETM

Autor
Jana Bronsch

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