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9. Euroforum-Jahrestagung

An zwei Tagen hatten Referenten und Diskussionsteilnehmer die Möglichkeit, sich zu zahlreichen Themen auszutauschen.

An zwei Tagen hatten Referenten und Diskussionsteilnehmer die Möglichkeit, sich zu zahlreichen Themen auszutauschen. Bild: Euroforum

Bei der 9. Euroforum-Jahrestagung, die am 2. und 3. April in München stattfand, standen Trends in der Nutzfahrzeug-Industrie im Fokus. Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Consulting und Fachpresse referierten über mögliche Zukunftsszenarien und aktuelle Problemstellungen in der Nutzfahrzeugbranche. Das diskutierte Themenspektrum reichte dabei von der gesamtstrategischen Optimierung der Prozesse und Systeme entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, beispielsweise durch Fokussierung auf die Kundenanforderungen, bis hin zu aktuellen Emissionsgesetzgebung. Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen kritisierte unter anderem den Umstand, dass zwar im Nutzfahrzeugbereich inzwischen Euro-6-Norm umsetzbar sei, laut dem Kraftfahrzeugbundesamt erreichten aber 70 Prozent aller Nutzfahrzeuge in Deutschland nur Euro 4 oder schlechtere Normen. Bezogen auf das Thema Effizienz meinte Dudenhöffer, anstatt die „letzten drei Prozent Effizienz“ mit technischen Mitteln rauszuholen, halte er es für sinnvoller, dafür zu sorgen, dass Ladevermögen und Beförderungsleistung in einem vernünftigen Verhältnis ständen. Die Zahl der Leerfahrten sei immer noch zu hoch.

Bei der zweitätigen Veranstaltung standen nicht nur innereuropäische Themen, sondern auch die zukünftigen Marktpotenziale für die Nutzfahrzeugbranche auf den Märkten in China und Nordafrika. Im Hinblick auf das übergeordnete Thema „Trends in der Nutzfahrzeug-Industrie“ diskutierten die Teilnehmer auch die aktuellen Entwicklungen im Fahrzeugbau. Leichtbau in der Fahrzeugentwicklung bewegt sich laut Dr. Martin Hillebrecht, Leiter des Leichtbau-Centers von EDAG, zwischen neuen Werkstoffen und Produktionsverfahren. Treiber seien neben dem Ziel einer ambitionierten Kohlendioxid-Einsparung ab dem Jahr 2020 die Markteinführung einer ganzen Palette an elektrifizierten Fahrzeugen mit Änderungen in der Gewichtsverteilung und den Lastpfaden.

Nicht zuletzt wurde beim Forum auch die menschliche Perspektive – nämlich die des Lkw-Fahrers – erörtert und welche Auswirkungen die Fahrassistenzsysteme auf seinen Beruf haben. Zwar liege der Fokus beim Lkw auf den Gebieten Fleet- Management, Maintenance-Management, Tele-Diagnose und Fahrzeug-Konfiguration. Der Blick in die Zukunft zeige aber laut Martin Zeilinger, Leiter Vorentwicklung Daimler Trucks, dass eine weitere Online-Vernetzung des Lkw ein größeres Potenzial bietet. Beispielsweise könnten größere Übertragungsraten von Daten auch die medizinische Betreuung des Fahrers und das Einleiten eines Fahrzeugstopps bei Notfällen aus der Ferne ermöglichen.

Noch mehr zu den Themen beim Euroforum können Sie unter www.eurotransport.de nachlesen.

Autor
Jana Bronsch

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