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Aktuelle Entwicklungen in der Speditionslogistik

Betriebshof von obenFuhrparkbetreiber sorgen mit ihren Lkw-Flotten dafür, dass in den Supermärkten die Regale gefüllt sind, Tankstellen genug Benzin haben und bei Zalando bestellte Päckchen rechtzeitig bei uns zu Hause ankommen. Die Rahmenbedingungen, in denen die Menschen in der Speditionslogistik täglich arbeiten und agieren, verändern sich dabei im Laufschritt. Ein wachsamer Blick auf verkehrspolitische Entwicklungen, technische Neuerungen oder ein optimales Beschaffungsverhalten im eigenen Fuhrpark tragen dazu bei, um kosteneffizient zu arbeiten.

Auf der Fachkonferenz Lkw und Fuhrpark, initiiert von der Verkehrsrundschau und dem BWVL (Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik) in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd haben Referenten aus Verbänden, Speditionen, und Verladerschaft das breite Spektrum an Herausforderungen diskutiert, das auf Fuhrparkbetreiber in der Praxis zukommt.

Steigendes Transportaufkommen

Denn klar ist, dass der Lkw auch weiterhin das Zugpferd der deutschen Konsumgesellschaft bleibt. So zeigt die ZF Zukunftsstudie von 2012, dass der Lkw-Verkehr weiterhin unverzichtbar ist, wenn es um Transporte im Nah- oder Fernverkehr geht. Aktuelle Entwicklungen und Zahlen bestätigen diesen Trend: 2011 betrug der Anteil der Lkw am Güterverkehr in Deutschland 71,3 Prozent – laut Statista hält sich dieser Wert bis mindestens 2017 konstant.

Lkw-Anteil am Güterverkehr in Deutschland 2011-2017

Die Statistik zeigt den Anteil der Lkw am Güterverkehr in Deutschland in den Jahren von 2011 bis 2017. Die Werte für die Jahre 2013 bis 2017 wurden prognostiziert. Gemessen wurde der Modal Split anhand der gesamten Verkehrsleistung, welche vom Schienen- und Straßengüterverkehr sowie von Binnenschiffen und Rohrfernleitungen im Landverkehr erbracht werden. (Quelle: Statista)

Trends für Fuhrparkbetreiber und Spediteure

Für Fuhrparkleiter und Spediteure wird es daher immer wichtiger, ihren Fahrzeugeinsatz noch effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Die wichtigsten Themen, die in der Branche aktuell diskutiert werden, haben die Referenten auf der Konferenz Lkw und Fuhrpark vorgestellt und analysiert. Eine Auswahl stellen wir vor:

Eine intelligente Flottensteuerung wird immer mehr zum Erfolgskriterium. Um Betriebskosten zu senken können neue digitale Disposition- und IT-Lösungen eine Stütze sein. Ziel ist, Transporte besser zu planen, mit einer optimalen Auslastung Kosten zu sparen und gleichzeitig Disposition und Fahrer zu entlasten.

GPS-Tempomaten können sich positiv auf die Kraftstoffbilanz einer Flotte auswirken. So umstritten sie vor allem unter Fahrern sind zeigt sich doch, dass sie – je nach Nutzerverhalten und technischer Konfiguration des Fahrzeugs – zu einer Effizienzsteigerung mit bis zu 3% im gemischten Einsatz beitragen können.

In der laufenden Fuhrparkwartung und –Beschaffung macht es für Speditionen verstärkt Sinn, über einen ausgewogenen Anteil von gemieteten, geleasten und gekauften Fahrzeugen nachzudenken. Vor allem größere Fuhrparks können ihre Transporte flexibler planen, wenn sie einen gewissen Mietanteil in der Flotte haben. Das gilt vor allem, wenn sie schwankende Kapazitäten ausgleichen müssen. Es zeichnet sich bereits ab, dass die Zahl der derzeit 22 Mietanbieter von Lkw in Deutschland wächst und Anbieter wie OEMs in diesem Bereich aufrüsten.

Worüber spricht die Politik?

In Deutschland diskutiert die Branche die Entwicklung der Lkw-Maut. Denn ihre Ausweitung trifft mittelfristig – insbesondere durch die absehbaren Mautsteigerungen auf den Bundesstraßen – noch stärker Speditionen im Nah- und Regionalverkehr. Die künftigen Straßenbenutzungsgebühren wirken sich für Fuhrparkbetreiber auch auf die Fahrzeugkostenkalkulation aus.

Auf europäischer Ebene werden die Bestimmungen für Längen und Maße im Straßengüterverkehr kontrovers diskutiert, diese Debatte hat in Brüssel jedoch noch nicht zu endgültigen Entscheidungen oder Ergebnissen geführt.

Mehr Schlagkraft durch bessere Vernetzung

Eine interessante Entwicklung in der Transport- und Logistikbranche ist die verstärkte Bildung von Kooperationen – allem Preiskampf und Wettbewerb zum Trotz. Logistikunternehmen vernetzen sich immer besser und bilden Initiativen, um aktuelle Herausforderungen zu meistern und mehr Schlagkraft im Markt zu haben. Zusammenschlüsse wie die LogCoop GmbH, ein Netzwerk von mittelständischen Transport- und Logistikunternehmen, arbeiten gleich auf verschiedenen Ebenen zusammen: Mitglieder profitieren z.B. von einem zentralen Einkauf oder gemeinsamen Marketingaktionen, tauschen aber auch LKW- und Fahrerkapazitäten untereinander aus um dem Fahrermangel zu begegnen.

Die Branche in vielen Bereichen im Umbruch. Es wird spannend zu beobachten sein, welche Unternehmen und Initiativen sich als dynamische Vorreiter etablieren und neue Konzepte für ihr Flotten, Mitarbeiter und Transporte entwickeln.

Susanne Scherbaum
Autor
Susanne Scherbaum

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