Der Berufskraftfahrer der Zukunft

In diesem Kapitel geht es darum, die Bestandsaufnahme und die Trends und Tendenzen, die in der zweiten ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER beschrieben werden, mit den identifizierten Fahrertypen zusammenzuführen, um daraus Rückschlüsse auf die Fahrertypen der Zukunft zu ziehen. Wenn klar ist, welche Werte und welche Leistungsanreize bei den Fahrern der nächsten Generation aller Voraussicht nach dominieren, lassen sich die Anforderungen an das Einsatzprofil und das Arbeitsplatzangebot hierauf abstimmen. Auf dieser Basis kann dann ein zielgruppengerechtes Akquisitionskonzept zur Nachwuchs- und Quereinsteigergewinnung gestaltet werden.

Um diese Frage zu klären, waren zwei Themenkomplexe handlungsleitend: zum einen die Frage nach der Attraktivität des Berufsbildes aus Sicht der unterschiedlichen Fahrertypen. Zum anderen die Frage nach den Einflussfaktoren auf das zukünftige Angebot an verschiedenen Fahrertypen. Gemeinsam geben diese beiden Themenkomplexe Antwort auf die Frage, welche Entwicklungen zukünftig in welcher Intensität die Wettbewerbssituation der in Deutschland ansässigen Unternehmen, die Berufskraftfahrer im gewerblichen Güterkraftverkehr einsetzen, beeinflussen werden.

Das Ende des „King of the Road“?

Foto: Jan Bergrath

Foto: Jan Bergrath

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die ohnehin schwierige betriebswirtschaftliche Lage derjenigen Unternehmen, die im internationalen Fernverkehr tätig sind, durch die zukünftigen Entwicklungen im Fahrpersonalbereich zusätzlich erschwert wird. Für die nationalen Tätigkeitsbereiche kommt es darauf an, dem Nachwuchs regelmäßigere und planbarere Einsatzbedingungen zu bieten. Dies kann vor allem durch eine stärkere regionale Fokussierung oder aber durch eine „Industrialisierung“ des Einsatzbereiches verfolgt werden. Gleichzeitig entfernt sich das geforderte Fahrerprofil damit aber immer weiter vom einstmals prägenden „King of the Road“.

Handlungsempfehlungen

Der Weg zur Gewinnung neuer Berufskraftfahrer und damit zu einer Reduzierung des Problems des Fahrermangels muss nach den Ergebnissen der zweiten ZF-Zukunftsstudie FERNFAHRER zusammenfassend folgende Elemente enthalten:

  • Erhöhung der Ausbildungsquote, beispielsweise durch eine Unterstützung von Verbundausbildungen.
  • Qualitätsmanagement in der Ausbildung, um der derzeit starken Ernüchterung im Verlauf der Ausbildung und der hohen Vertragslösungsquote entgegenzuwirken.
  • Imageentwicklung zur Betonung der Attraktivität des Ausbildungsberufes, wobei eine stärkere Fokussierung auf die Berufswahlmotive der zukünftig vermehrt nachgefragten Fahrertypen geboten ist.
  • Entwicklung alternativer Arbeitszeitund Einsatzmodelle unter vermehrter Berücksichtigung der Work-Life-Balance, wobei die Reduzierung von Abwesenheitszeiten und die Möglichkeit, den Entfernungsbereich wechseln zu können, eine zentrale Rolle spielen.
  • Leistungsgerechte, differenzierte Entlohnung der Fahrer, die Spitzenbelastungen auch angemessen vergütet.
  • Überprüfung einer Flexibilisierung der Lenk- und Ruhezeiten im Sinne der Fahrer, d. h. insbesondere ohne Ausweitung der Gesamtlenkzeiten.
  • Prüfung eines Pilotversuchs zum Begleiteten Fahren für Auszubildende, die noch nicht 18 Jahre alt sind.
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Kommentare: ( 1 )
  1. Kein Wunder das es kaum Leute gibt die sich diese Arbeit noch antun wollen.
    Täglich zwischen 13 und 15 Stunden ging zu den Zeiten ja noch wo man Langstrecke ohne diese permanente Körperlich schwere Arbeit verrichten musste.
    Die Langstrecken sind jetzt fest in Osteuropäischer Hand,und jeden Tag mehrmals die eigenen Klamotten durchschwitzen aufgrund teilweiser irrer Ladungssicherungsvorschriften,ist auch nicht jedermanns Sache.

    Ich vertrete die Auffassung dass,wenn der Kunde entscheidet wie verladen werden soll,er die Sache auch selbst zu übernehmen hat.
    Alles andere ist permanenter Overkill für den Fahrer.
    Es ist jetzt schon anhand der enormen Fluktuation in der Branche abzusehen,das diese dringend nachbessern muss,wenn sie Personal halten will.

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