Durchführung und Methodik

Berufskraftfahrer sind die Hauptakteure im Straßengüterverkehr. Das Image des Arbeitsfeldes in der Öffentlichkeit hängt eng mit den Arbeitsbedingungen zusammen. Die Einschätzungen der Kraftfahrer bieten wichtige Ansatzpunkte dafür, wie die Arbeitsbedingungen und die Wahrnehmung des Berufsbildes in der Öffentlichkeit verbessert werden können.

Was ist für Kraftfahrer das Besondere an ihrem Beruf?

Motivation, Berufsbild, ArbeitsbedingungenZu den Aspekten, die den Job „Kraftfahrer“ ausmachen, gehören unter anderem soziale Konnotationen, die Einschätzung ihrer Arbeitsbedingungen und individuelle Berufsbewertungen. Um Zusammenhänge zwischen Verkehrsentwicklung, Entwicklung der demografischen und wirtschaftlichen Lage sowie den sozial-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Fahrer zu erkennen, wurden diese als wesentlicher Untersuchungsgegenstand in die vorliegende Studie mit einbezogen.

Konzeption und Durchführung der Befragung

Der Fragebogen, der den folgenden Ausführungen zugrunde liegt, ist an Kraftfahrer
gerichtet. Er umfasst drei Teile:

  1. soziodemografische Daten
  2. Beurteilung des Berufsbildes
  3. zukünftige Entwicklung des Berufsbildes

Bei der Entwicklung des Fragebogens wurde darauf geachtet, dass die zum Ausfüllen erforderliche Zeit 15 Minuten nicht überschreitet. Ein durchgeführter Pretest lieferte wertvolle inhaltliche Hinweise und konnte zeigen, dass das Ausfüllen des Fragebogens innerhalb der geforderten Zeit möglich ist.

Da kein Auswahlregister für Berufskraftfahrer existiert, wurden die Fragebögen über verschiedene Kanäle verteilt. Unterstützt und ermöglicht wurde die Befragung insbesondere durch die SVG-Bundeszentrale, welche die Fragebögen an die SVG-Weiterbildungszentren verteilt hat, durch die Ladungsverkehrskooperation ELVIS AG sowie die Systemverkehrskooperationen 24plus, Cargoline und VTL, die sich ebenfalls als Multiplikatoren im Rahmen der Befragung zur Verfügung gestellt haben.

Insgesamt wurden zwischen Mai und Juni 2012 rund 1.800 Fragebögen zufällig an Berufskraftfahrer verteilt. Der Rücklauf lag bei 569 auswertbaren Fragebögen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 32 %, welche die ursprüngliche Erwartung von 20 % deutlich übertroffen hat. Die Erhebung gilt als repräsentativ, wie auch die folgenden soziodemografischen Auswertungen zeigen.

Soziodemografische Daten

An der Befragung haben sich knapp 98 % männliche und gut 2 % weibliche Personen beteiligt. Laut IAB28 waren im Jahr 2010 95,7 % aller Berufskraftfahrer in Deutschland männlich und 4,3 % weiblich. Das Durchschnittsalter der Befragten liegt bei 46 Jahren. Die Spannweite beträgt 55 Jahre: Der jüngste Fahrer war 20 Jahre alt, der älteste 75 Jahre – der Anteil der Fahrer, die 50 Jahre und älter sind, lag bei knapp 40 % (37,2 %).

Altersverteilung der befragten Berufskraftfahrer

40% der Fahrer gehen in den nächsten zehn Jahren in Rente

Die Altersverteilung zeigt den hohen Anteil der Fahrer, die in den kommenden zehn bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen werden. Bezogen auf die insgesamt ca. 660.000 Fahrer im Güterkraftverkehr (davon ca. 450.000 im gewerblichen Güterkraftverkehr und ca. 210.000 im Werkverkehr) bedeutet ein Anteil der über 50-jährigen Fahrer von etwa 40 %, dass ca. 245.000 Fahrer in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen werden. Verschärft wird diese Situation noch durch die Tatsache, dass das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei Berufskraftfahrern bei ca. 60 Jahren liegt.

In der Erhebung dominiert der Anteil von Fahrern mit deutscher Nationalität mit 93,4 % (93 %). 4,3 % sind EU-Bürger und 2,3 % Nicht-EU-Bürger (7 % ausländische Kraftfahrer).

In der vorliegenden Befragung sind 92 % der Fahrer abhängig beschäftigt. 8 % sind selbständig bzw. befinden sich in sonstigen Vertragsverhältnissen (z. B. als Aushilfe). Das Statistische Bundesamt schätzte für das Jahr 2009, dass 4,4 % der Berufskraftfahrer selbständig sin (sog. Selbstfahrer) und 95,6 % abhängig beschäftigt.

Die Verteilung der Schulabschlüsse zeigt, dass der Hauptschulabschluss mit knapp 61 % dominiert, mehr als 28 % haben einen mittleren Bildungsabschluss und immerhin knapp 8 % besitzen einen höheren Schulabschluss.

Weiterlesen
Kommentare: ( 2 )
  1. Ist der Fragenkatalog an sich auch online verfügbar? Bzw. könnte dieser mir per Email zugesendet werden?
    Vielen Dank!

    1. Susanne Scherbaum

      Hallo Herr Baum,
      meinen Sie den Fragenkatalog zur Erhebung der Studie?
      MfG
      Susanne Scherbaum

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *