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Wegbereiter

Das neue Jahr hat gerade Mal Fahrt aufgenommen, schon verkünden die großen Fahrzeughersteller ihre Pläne, wie sie die Megatrends Elektromobilität und autonomes Fahren auch in 2017 und darüber hinaus gestalten wollen. Die Nutzfahrzeug IAA 2016 hat die Weichen dafür geradezu herstellerübergreifend gestellt. Haben doch die Lkw-Hersteller und die Zulieferindustrie gezeigt, dass Konnektivität, Elektroantriebe und autonomes Fahren die Themen sind, die die Mobilität von Morgen bestimmen werden. Umweltverträglich, leise und vor allem aber immer stärker am Kunden orientiert, soll Logistik sein, wenn es beispielsweise um Paketdienste und den innerstädtischen Verteilerverkehr geht. Die Post-Tochter DHL setzt für die Brief- und Paketzustellung in Städten wie Bonn, Bochum, Köln und seit kurzem auch in Stuttgart ihre Elektrofahrzeugflotte Streetscooter ein. Mercedes präsentierte auf der IAA das Konzept eines Elektro-Lkw für den Verteilerverkehr. Nun hat auch Ford sich das Thema Elektromobilität auf die Fahnen geschrieben und will in den kommenden fünf Jahren 13 neue Fahrzeuge mit einem Elektro- bzw. Hybridantrieb auf den Markt bringen. Für Europa ist beispielsweise der Kleintransporter Ford Transit Custom als Plug-in-Hybrid vorgesehen. Selbst die V8-Ikonen wie die Modelle Mustang und Pick-up F-150 will Ford als Hybridversionen anbieten. Das Ziel ist die Marktführerschaft in diesem Segment, denn Ford schätzt, dass in den nächsten 15 Jahren das Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen größer sein wird, als das für Benzin- oder Dieselfahrzeuge.

Die Fahrzeugbranche ist in Aufruhr- und Aufbruchsstimmung und nichts scheint unmöglich. Spätestens seit der Nutzfahrzeug-IAA ist deutlich geworden, welches Potenzial in autonomen und vernetzen Fahrzeugen steckt. Vom effektiven Flottenmanagement, das Leerfahrten minimiert, über nutzungsabhängige Wartungsintervalle bis hin zum selbstständigen Rangieren zur Rampe, während der Fahrer sich um die Frachtpapiere kümmert. Mehr noch, das Thema Sicherheit ist ein entscheidender Faktor auf dem Weg in eine automatisierte Fahrzeugzukunft. Ganzheitliche Konzepte, wie das „See, think, act“ von ZF, das Sensoren wie Kamera und Radar („Sehen“) mit elektronischen Steuergeräten des Fahrzeugs („Denken“) und mechatronischen Aktuatoren wie Antriebs-, Brems-, Lenk- und Fahrwerksysteme („Handeln“) verbindet, zeigen, wie die Zukunft des Straßenverkehrs aussehen könnte. So können Fahrzeuge selbstständig in der Spur bleiben, eine Kurve in einer optimalen Geschwindigkeit ansteuern oder in eine Parklücke einparken. Mehr noch, durch den Evasive Maneuver Assist (EMA) des ZF Innovation Trucks 2016, ist das Fahrzeug in der Lage, einem plötzlichen Hindernis, wie einem Stauende, selbstständig ausweichen und abbremsen.

Die Nutzfahrzeugbranche scheint wieder mal der Wegbereiter für Technologien zu sein, die in Zukunft womöglich zum Alltag gehören werden. Denn Innovationen sind in der wettbewerbsintensiven Transportbrache unmittelbar mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden. Miteinander vernetzte Fahrzeuge, die in Echtzeit Daten über die Verkehrssituation, Fahrzeugzustand und Fracht liefern, ermöglichen eine umso effizientere Steuerung und Nutzung von Kapazitäten, um Verspätungen, Standzeiten oder eben Leerfahrten zu vermeiden.

Text: Jana Bronsch

Autor
Jana Bronsch

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